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Microsoft gegen Usedsoft: Streit um Software der Brauerei Veltins

28.06.2007 | 08:36 Uhr |

Ein Karton von der Brauerei Veltins sorgt derzeit für Zwist zwischen Microsoft und Usedsoft und hält die Staatsanwaltschaft München auf Trab. In dem Karton befanden sich nämlich nicht etwa Bierflaschen, sondern Softwarelizenzen von Microsoft-Produkten, die Microsoft für Raubkopien hält. Usedsoft weist das entschieden zurück und spricht davon, dass "Microsoft Amok läuft".

Im Dauerstreit darum, ob der Verkauf von gebrauchten Softwarelizenzen rechtmäßig ist , hatte Usedsoft (ein Münchner Unternehmen, das mit gebrauchten Softwarelizenzen handelt) kürzlich einen kleinen Erfolg errungen . Doch Microsoft lässt nicht locker und nutzt einen Karton mit Softwarelizenzen als Angriffspunkt. Dabei handelt es sich um Softwarelizenzen von Microsoft, die Usedsoft von der Brauerei Veltins gekauft hat und die bei einer Hausdurchsuchung bei Usedsoft von der Staatsanwaltschaft München sicher gestellt wurden. Microsoft behauptet, dass es sich bei diesen Softwarelizenzen um Raubkopien handelt, Usedsoft weist das entschieden zurück. Gegenüber der PC-WELT hat Christoph Möller, der PR-Beauftragte von Usedsoft, folgende Stellungnahme abgegeben (die wir wörtlich wiedergeben):

"1. Microsoft läuft offensichtlich Amok. Nach der erneuten juristischen Schlappe gegen usedSoft eines der renommiertesten deutschen Unternehmen der Verbreitung von Raubkopien zu bezichtigen, ist schlichtweg lächerlich und vermutlich sogar böswillig.

2. Zum Sachverhalt: usedSoft hatte vor einiger Zeit von der Firma Veltins eine Reihe von Software-Lizenzen erworben. Darunter befand sich ein Schuhkarton mit völlig veralteten Lizenzen, den usedSoft ungeöffnet in eine Ecke stellte und der Vergessenheit anheim gab, da niemals beabsichtigt war, diese weiterzuverkaufen. Wie die Generalstaatsanwaltschaft München in Ihrer Einstellungsverfügung v. 15.5.07 feststellte, handelte es sich "... bei diesen Datenträgern um überwiegend sehr alte Produkte (...), deren Marktwert gegen Null geht." (wortwörtliches Zitat).

3. Unseres Wissens handelte es sich dabei ausschließlich um Originaldatenträger, nicht um Kopien. Der Vorwurf der Fa. Microsoft, dabei handele es sich um Raubkopien, beruht offensichtlich allein auf der Tatsache, dass diesen Original-CDs nicht Original-Handbuch und andere rechtlich unerhebliche Dinge beilagen, wie es die inzwischen vielfach als rechtlich unwirksam erklärten Microsoft-Lizenzbedingungen vorsehen.

4. Gegen die Firma usedSoft gibt es in dieser oder in einer anderen Sache keine Ermittlungen mehr. Wortwörtliches Zitat aus der Einstellungsverfügung der Generalstaatsanwaltschaft München: usedSoft sei "in strafrechtlicher Hinsicht kein Vorwurf zu machen".

5. Die Microsoft-Vorwürfe gegen Veltins haben ganz offensichtlich die gleiche Substanz wie die erhobenen Vorwürfe gegen usedSoft: nämlich keine."

So weit Usedsoft. Eine abschließende Klärung durch die Staatsanwaltschaft München steht noch aus. Die Staatsanwaltschaft hat beim Bayrischen LKA ein Gutachten in Auftrag gegeben, in dem zunächst geprüft wird, ob es sich tatsächlich um „Raubkopien“ handelt. Die PC-WELT hat die Staatsanwaltschaft München um Auskunft gebeten, sobald diese vorliegt, berichten wir darüber auf pcwelt.de.

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