09.08.2001, 11:22

Panagiotis Kolokythas

Microsoft enthüllt Details zur Produktaktivierung

Die Windows Produkt Aktivierung (WPA) hat schon lange vor der Veröffentlichung von Windows XP für großen Wirbel gesorgt. Die Aufruhr in der Windows-Gemeinde ist groß und viele befürchten ein Ausspähen persönlicher Daten. Ein Grund, weshalb sich die Diskussion über den WPA derart erhitzte war, dass Microsoft selbst bisher zu diesem Thema schwieg und keine Informationen preis geben wollte. Nun reagierte der Software-Riese auf die massive Kritik und veröffentlichte Details zur Produktaktivierung.

Die Windows Produkt Aktivierung (WPA) hat schon lange vor der Veröffentlichung von Windows XP für großen Wirbel gesorgt. Die Aufruhr in der Windows-Gemeinde ist groß und viele befürchten ein Ausspähen persönlicher Daten.
Ein Grund, weshalb sich die Diskussion über den WPA derart erhitzte war, dass Microsoft selbst bisher zu diesem Thema schwieg und keine Informationen preis geben wollte. Nun reagierte der Software-Riese auf die massive Kritik und veröffentlichte unter dem Titel "Piracy Basics" Details zur Produktaktivierung.
Laut eigenen Angaben verfolgt Microsoft mit der WPA das Ziel, Gelegenheits-Raubkopierer davon abzuhalten, Microsoft-Software zu kopieren. Mit Gelegenheits-Raubkopierern meint Microsoft Personen, die ab und zu Raubkopien von erworbener Software an ihre Freunde weitergeben. Laut Microsoft machen diese Raubkopien 50 Prozent aller auf dem Markt vorhandenen Raubkopien aus.
Die Aktivierung der Software geschieht laut Microsoft vollkommen anonym. Der Anwender habe die Wahl zwischen einer telefonischen Aktivierung und einer Aktivierung per Internet. Bei diesem Vorgang würden keine persönliche Daten übertragen. Außerdem sei die Aktivierung auf keinen Fall mit der Registrierung der Software zu verwechseln. Bei der Registrierung muss der Anwender persönliche Daten von sich preisgeben.
Microsoft ist sich sicher, dass die meisten Anwender nur einmal während des Lebenzyklus der Software mit einer Produktaktivierung konfrontiert werden. Lediglich PC-Besitzer die mehrere Hardware-Komponenten austauschen müssten ihre Software neu aktivieren lassen. Diese Neuaktivierung wäre dann aber - laut Microsoft - problemlos mit einem einfachen Telefonat möglich.
Abschließend finden sich auf der WPA-Website noch die Top 10 der Mythen rund um die Produktaktivierung, jeweils mit einem Statement von Microsoft versehen.
Dabei betonen die Redmonder: "Microsoft respektiert die Privatsphäre der Kunden und fragt keine persönlichen Daten bei der Aktivierung ab." Ein Algorithmus bestimme einen ID-Code für den Rechner in Abhängigkeit von der im Rechner befindlichen Hardware. Bei einer Aktivierung über das Internet würde nur dieser ID-Code übertragen und keine weiteren Informationen über den Anwender.
Weiter wird zu den Meldungen, die Aktivierungsroutine sei geknackt worden, Stellung bezogen. "Die sogenannten 'Cracks' die im Internet kursieren basieren auf Eingriffen in die Registry", so Microsoft. Schon im Februar habe Microsoft selbst den Beta-Testern mitgeteilt, wie sich die WPA über einen Eingriff in die Registry ausschalten lässt. Zusätzlich seien an die Beta-Tester Tools ausgeliefert worden, mit denen die WPA getestet werden kann. Deshalb könne nicht die Rede davon sein, dass irgendein Cracker etwas geknackt habe.
"Jede Schutz-Technologie wird gecrackt werden - es ist nur eine Frage der Zeit. Der Maßstab des Erfolgs ist nicht, ob Raubkopierer gestoppt werden können, dass ist ein wahrscheinlich unerreichbares Ziel. Der Erfolg ist eher zu messen in einem erhöhten Bewusstsein für die Lizenzbestimmungen und einer größeren Bereitschaft diese einzuhalten", so Microsoft.
PC-WELT meint:
Endlich reagiert Microsoft auf die Kritik an den WPA. Es werden zwar einige Fragen beantwortet, doch längst nicht alle. So schweigt sich Microsoft sowohl über technische Details, als auch über so simple Fragen wie die Anzahl der möglichen Hardware-Änderungen aus.
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