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Microsoft entdeckt neue Einnahmequelle für Xbox 360

11.08.2005 | 12:16 Uhr |

Was die Xbox nicht gerade geschafft hat, soll die kommende Xbox 360 bewerkstelligen: profitabel sein. Anscheinend hat Microsoft nun - neben dem Verkauf der Konsole und Lizenzgebühren bei Spielen - eine neue Einnahmequelle entdeckt.

Neben dem (meist geringen oder nicht vorhandenen) Erlös aus dem Verkauf von Konsolen waren bislang Lizenzgebühren für Spiele die einzige Einnahmequelle für Konsolenhersteller. Die Xbox erwies sich für Microsoft in dieser Hinsicht vor allem als gewaltiges Loch, richtig Gewinn hat das Gerät bislang nicht eingefahren. Dies soll sich nun mit der kommenden Xbox 360 massiv ändern. Dementsprechend hat Microsoft anscheinend eine neue Einnahmequelle für sich entdeckt: die Produzenten von Hardware-Zubehör.

Zwar mussten Dritthersteller auch bei der Xbox eine Gebühr entrichten, wenn sie mit dem Xbox-Logo werben wollten, hatten sie dazu aber keine Lust, konnten sie trotzdem Hardware für das Gerät entwickeln und verkaufen, mussten aber auf das werbewirksame Logo verzichten. Aus einem Bericht des Hardware-Herstellers Mad Catz an die "Securities and Exchange Commission" (SEC) geht nun hervor, wie Microsoft Hardware-Trittbrettfahrern einen Riegel vorschieben will. Demnach hat Mad Catz einen Vertrag mit Microsoft geschlossen, der den Redmondern eine (nicht näher genannte) prozentuale Beteiligung am Umsatz mit Hardware-Produkten für die Xbox 360 zusichert.

Im Gegenzug darf das Unternehmen mit dem Xbox-360-Logo (im Dokument noch mit dem Codenamen Xenon betitelt) werben. Zudem soll ein Sicherungsmechanismus in der Konsole sicherstellen, dass nur über derartige Verträge zertifizierte Hardware auf der Konsole läuft. Drittanbieter, die nichts zahlen wollen, bleiben somit außen vor.

Aus dem Vertrag geht weiterhin hervor, welche Produkte Mad Catz im Rahmen der Vereinbarung produzieren darf. Dazu gehören Controller, Lenkräder, Arcade Sticks, Flight Sticks (Joysticks) sowie Tanzmatten - allesamt in der kabelgebundenen Ausführung. Nicht produziert werden dürfen Lichtpistolen, Cheat Cards, Speicherkarten, Festplatten sowie jegliche kabellose Produkte.

Es ist anzunehmen, dass derartige Vereinbarungen mit allen namhaften Drittherstellern geschlossen wurden. Nicht klar ist allerdings, ob die Produkte, die Mad Catz nicht herstellen darf - insbesondere die kabellosen Geräte - auch von anderen Herstellern nicht angeboten werden dürfen, also ausschließlich von Microsoft produziert werden, oder ob die Lizenzierung dieser Geräte zu teuer gewesen wäre. Die komplette SEC-Mitteilung (in englischer Sprache) finden Sie auf dieser Seite bei Mad Catz.

Xbox 360: Weltpremiere auf der Games Convention 2005 (PC-WELT Online, 22.07.2005)

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