02.12.2009, 15:24

Frank Ziemann

Microsoft dementiert

Schwarzer Bildschirm kein Patch-Problem

Microsoft hat der Darstellung von Prevx widersprochen, der bei einigen Anwendern aufgetretene schwarze Bildschirm sei auf Microsofts November-Updates zurück zu führen. Prevx hat seine Behauptung daraufhin zurück gezogen.
Der Antivirushersteller Prevx hatte eine Meldung veröffentlicht, laut der Microsoft im Rahmen des Patch Day im November die Zugriffsberechtigungen der Registry verändert haben sollte. Dies sollte bei einer Anzahl von Windows-Installationen zu einem schwarzen Bildschirm nach der Benutzer-Anmeldung geführt haben. Microsoft hat dies inzwischen zurück gewiesen.
Prevx hatte auch ein Programm veröffentlicht, um das Problem zu beseitigen. Offenbar hat es die Firma versäumt das Problem und dessen mögliche Ursache vor der Veröffentlichung mit Microsoft zu diskutieren. Microsoft hat inzwischen dementiert, dass ein Zusammenhang mit den November-Patches existiert. Man habe alle im November bereit gestellten Updates, auch die nicht sicherheitsrelevanten sowie das Anti-Malware-Tool untersucht. Keines davon nehme Änderungen an Berechtigungen in der Registry vor, schreibt Christopher Budd im Blog des Microsoft Sicherheitsteams. Vermutlich seien vielmehr Malware-Infektionen für das Problem verantwortlich.
Prevx steht auch nicht mehr zu seiner Darstellung. Konsultationen mit Microsoft und weitere eigene Untersuchungen hätten ergeben, dass eine spezielle Eigenart der Windows-Registry und des Shell-Eintrags zu dem schwarzen Bildschirm führen kann. Der Shell-Eintrag ist für das Laden des Desktop-Managers (standardmäßig der Windows Explorer) zuständig und muss vom Typ "REG_SZ" mit abschließendem Null-Zeichen sein. Wird das Null-Zeichen weg gelassen, ist der Eintrag für das System nicht mehr zugreifbar und das Laden der Shell schlägt fehl - ein schwarzer Bildschirm ist die Folge.
Dies kann auch nach Ansicht von Prevx durch Malware, im Grunde durch jedes beliebige Programm, verursacht worden sein. Malware-Programmierer könnten dies sogar mit Absicht benutzen, um von den sonstigen Aktivitäten ihres jeweiligen Schädlings abzulenken. Prevx beharrt jedoch darauf, dass sein Fix-Tool das Problem bei etlichen Anwendern beseitigen könne.
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