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Microsoft darf über Richter Jackson reden

07.02.2001 | 16:11 Uhr |

Richter im Microsoft-Prozess voreingenommen? Das US-Berufungsgericht wird dies nun prüfen lassen und einen Teil der mündlichen Anhörungszeit im Verfahren gegen den Softwarekonzern dazu nutzen, das "Gebaren" des Richters Thomas Penfield Jackson zu überprüfen.

War der zuständige Richter Thomas Penfield Jackson im Microsoft-Prozess voreingenommen? Das US-Berufungsgericht wird dies nun prüfen lassen und einen Teil der mündlichen Anhörungszeit im Verfahren gegen Microsoft dazu nutzen, das "Gebaren" des Richters zu überprüfen. Dieser hatte den Softwarekonzern im Herbst letzten Jahres zu einer Aufspaltung des Unternehmens verurteilt.

Am Dienstag ordnete das Berufungsgericht an, dass etwa 30 Minuten dazu benutzt werden sollen, Stellungnahmen zur Art und Weise, wie Richter Jackson den Prozess geführt hat, anzuhören. Außerdem soll festgestellt werden, wie seine außerhalb des Gerichtssaals getroffenen Aussagen zu bewerten sind. Diese Tatsache ist vor allem deshalb interessant, da weder das Justizministerium noch Microsoft eine solche Möglichkeit zur Stellungnahme gefordert hatten.

Microsoft hat die Anordnung des Berufungsgerichts bisher noch nicht explizit kommentiert, zeigte sich jedoch über die Gelegenheit, weitere Argumente vorzubringen, erfreut. Auch das Justizministerium hielt sich mit Aussagen zurück. Bisher hatte der Softwareriese Richter Jackson als voreingenommen und seine Haltung für den Prozess als sehr schädlich angesehen. Das Justizministerium hatte Jackson bisher stets verteidigt.

In den mündlichen Anhörungsterminen am 26. und 27. Februar sollen insgesamt sieben Stunden für Anhörung und Diskussion zur Verfügung stehen. Unter anderem will das Gericht der Behauptung nachgehen, ob Microsoft denn nun Monopolist sei oder nicht. Dafür sind vom Gericht 75 Minuten veranschlagt worden. Ansatzweise - in 45 Minuten - soll zudem geklärt werden, ob Microsoft den Internet Explorer und die Betriebssysteme gebündelt hat. (PC-WELT, 07.02.2001, eb)

PC-WELT Report: Microsoft und die Justiz

Microsoft-Verfahren bald eingestellt? (PC-WELT Online, 31.01.2001)

Gates ein Napoleon (PC-WELT Online, 09.01.2001)

Milliarden-Klage gegen Microsoft (PC-WELT Online, 03.01.2001)

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