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Microsoft bekommt Schuss vor den Bug

10.01.2002 | 13:30 Uhr |

Softwaregigant Microsoft bekam einen Schuss vor den Bug. Viren-Programmierer nahmen zum ersten Mal erfolgreich die .Net-Architektur ins Visier - mit Hilfe des Virus W32/Donut.

Softwaregigant Microsoft bekam einen Schuss vor den Bug. Viren-Programmierer nahmen zum ersten Mal erfolgreich die .Net-Architektur ins Visier.

Der Virus mit der Bezeichnung W32/Donut nimmt EXE-Dateien ins Visier, die zu Microsofts .NET-Architektur gehören. Diese werden zur Ausführung von XML (Extensible Markup Language) Web Services benötigt.

Zur Verbreitung: Im Gegensatz zu vielen anderen Viren, versendet sich W32/Donut nicht automatisch über das installierte Mail-Programm. Der Virus muss vielmehr direkt von einer Website heruntergeladen werden.

Der Schaden für den befallenen PC hält sich jedoch in Grenzen, da der Virus nur ausführbare .NET-Dateien befällt. Diese Dateien sind noch nicht weit verbreitet, da sich die .NET-Architektur derzeit noch im Entwicklungsstadium befindet. Lediglich Anwender, die unter Windows 2000/XP .NET-Komponenten installiert haben, könnten mit folgender Dialog-Box des Virus konfrontiert werden: "This cell has been infected by dotNET virus".

Laut Craig Schmugar, einem Experten von McAfee's AVERT (Antivirus Emergency Response Team) Labs, handelt es sich bei dem Virus um eine Art "Testkandidat". Das heißt, die Programmierer wollten lediglich beweisen, dass die Umgebung anfällig ist. Dementsprechend stuft AVERT den Virus als geringes Risiko ein.

Betroffene Dateien sollten laut AVERT gelöscht und durch Backup-Dateien ersetzt werden. Weitere Details finden Sie hier .

Microsoft hat sich zu dem Vorfall bislang nicht geäußert, wie unsere Kollegen von PC-World berichten.

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