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Microsoft auf Zombie-Spammer-Jagd

28.10.2005 | 14:16 Uhr |

Über einen von Microsoft als Falle aufgestellten PC wurden mehrere Millionen Spam-Mails verschickt.

In Zusammenarbeit mit der US-Handelsaufsicht FTC ( Federal Trade Commission ) und der kalifornischen Verbraucherschutzorganisation Consumer Action untersucht Microsoft die Aktivitäten von Spammern, die fremde Computer zum Mail-Versand missbrauchen. Dazu hatten die Redmonder einen Zombie-PC präpariert und als Falle aufgestellt.

Ein PC mit frisch installierten Windows wurde von Microsoft-Technikern mit Trojanischen Pferden präpariert. Diese werden üblicherweise von Spammern verwendet, um die Computer normaler Internet-Nutzer in fremdgesteuerte Zombies zu verwandeln. Der so vorbereitete PC wurde für 20 Tage ans Internet angeschlossen und alle darauf ablaufenden Aktivitäten wurden überwacht.

In diesen 20 Tagen liefen rund 18 Millionen Spam-Mails über den Computer, fünf Millionen Verbindungsanfragen von Spammern wurden gezählt. Um diese Fülle von Daten etwas zu reduzieren, konzentrierte sich Microsoft schließlich auf die drei Tage mit dem höchsten Verkehrsaufkommen. Allein dies waren immer noch 470.000 Verbindungsanfragen und 1,8 Millionen Mails.

Aus den Verbindungsdaten und den in den Spam-Mails beworbenen Websites konnten dreizehn Spammer-Gruppen identifiziert werden. Teilweise wurden auch Daten aus anderen Honey-Pots (Lockfallen) zum Vergleich heran gezogen, die Microsofts Mail-Dienst Hotmail betreibt.

Wie ein Microsoft-Sprecher auf einer Pressekonferenz am 27. Oktober mitteilte, hatte Microsoft bereits im August mehrere Zivilverfahren gegen "Unbekannt" angestrengt, um die wahren Identitäten der Spammer ermitteln zu können. Diese wolle man zu gegebener Zeit bekannt machen, derzeit liefen jedoch noch diesbezügliche Ermittlungen, so der Sprecher. Die meisten dieser Spammer seien in den USA angesiedelt und könnten daher nach dem CAN-SPAN Act, dem US-Anti-Spam-Gesetz, verfolgt werden.

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