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Microsoft auf Expansionskurs

Eine Woche nachdem das Gericht Microsoft als Monopolist beze

Eine Woche nachdem das Gericht Microsoft als Monopolist bezeichnet hat, setzt der Software-Riese seinen Expansionskurs mit der Beteiligung am Elektronik-Konzern RadioShack weiter fort. Nach dem auf 5 Jahre ausgelegten Abkommen sollen in 7000 Läden der größten amerikanischen Elektronik- Einzelhandelskette spezielle Online-Shops entstehen, durch die Millionen von RadioShack-Kunden einen Highspeed-Zugang zum Online-Dienst MSN und andere Microsoft-Internet-Lösungen erhalten.

Nach Einschätzung von Analysten hat Microsofts aggressives Verhalten einen Hintersinn: Das Unternehmen bereitet sich auf eine mögliche Aufspaltung vor, so ihre These. Mit der Expansion in unterschiedliche Branchen wolle Microsoft den Grundstein für später unabhängig operierende Geschäftsbereiche legen und damit möglicherweise geschäftsschädigenden Entscheidungen von oben zuvorkommen.

Die meisten Kartellrechtsexperten halten eine Aufteilung von Microsoft für eine unausweichliche Konsequenz aus dem Prozeß. Analysten schätzen, daß der Konzern in die Bereiche Software und Internet aufgeteilt wird. Und die zahlreichen Investitionen der letzten Monate in Kabelanbieter und Internet-Provider zeige, daß Microsoft dafür bereits die Vorbereitungen treffe.

So hatte sich Microsoft letzte Woche mit 200 Millionen Dollar am Breitband-Service-Provider Teligent beteiligt. Auch in Qwest hat das Gates-Unternehmen 200 Millionen Dollar investiert. An AT&T hat es Anteile im Wert von 5 Millionen und an Nextel sogar von 600 Millionen Dollar.

Insidern zufolge will die Staatsanwaltschaft Microsoft in die Bereiche Betriebssysteme und Anwendungen aufspalten - auf einer Trennung von Anwendungen und Internet bestehe sie dagegen nicht. Das würde auch zu Microsofts jüngstem Vorstoß passen, seine Programme übers Internet anzubieten.

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