Microsoft antwortet Brüssel - Sanktionen vorerst abgewendet

Mit einer fristgerechten Antwort auf die Brüsseler Wettbewerbsvorwürfe hat Microsoft Sanktionen vorerst abgewendet. Die EU prüft nun die Angaben.
Mit einer fristgerechten Antwort auf Brüsseler Wettbewerbsvorwürfe hat Microsoft neue Millionen-Strafen der EU- Kommission erst einmal abgewendet. Microsoft habe technische Fragen der Kommission vollständig erwidert, teilte der Konzern am Mittwoch in Brüssel mit. Der Sprecher von Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes sagte, die Angaben würden sorgfältig geprüft.

Das Ultimatum der Kommission lief Mittwoch 24:00 Uhr aus. Die Kommission hatte den Softwaregiganten vor knapp zwei Jahren zu einer Rekord-Strafe von knapp 500 Millionen Euro und zur Öffnung des Betriebssystems Windows für Wettbewerber verurteilt.

Um diese Öffnung gibt es im Detail aber immer noch Streit. Kroes hatte im Dezember dem Konzern mit täglichen Zwangsgeldern von bis zu zwei Millionen Euro gedroht, falls er die technischen Angaben nicht liefert.

Ein Sprecher von Microsoft erklärte, das Unternehmen werde in dem Streit um die Sanktionserfüllung eine mündliche Anhörung beantragen. Erst nach der Prüfung der Dokumente und dieser Anhörung kann die Kommission über neue Strafen entscheiden.

Im Detail geht um es um technische Angaben bei Server- Betriebssystemen. Microsoft beschäftigte nach eigenen Angaben hunderte von Mitarbeitern, um eine Dokumentation mit 12.000 Seiten zu erstellen.

An die Kommission ging jedoch nur an 75-seitiges Papier, das auf die Vorwürfe vom vergangenen Dezember reagiert. Microsoft hatte im Januar mitgeteilt, den Windows-Quellcode für Server an Lizenznehmer zu geben. Dieses Angebot sei in der Antwort an Brüssel auch erwähnt, sagte der Sprecher. Wie schon bei früheren Anlässen kritisierte Microsoft, dass die EU-Wettbewerbshüter frühere Dokumentationen des Unternehmens nicht ausreichend analysiert hätten.

Kartellstreit: Microsoft lässt EU warten (PC-WELT Online, 15.02.2006)

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