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Microsoft angeblich an Opera interessiert

23.12.2005 | 14:21 Uhr |

Opera Software kommt nicht aus den Schlagzeilen. Nachdem erst vor knapp einer Woche das unbestätigte Gerücht kursierte, dass Google an der Übernahme von Opera Software interessiert sei, steht nun auf einer IT-Nachrichtenseite zu lesen, Microsoft würde sich die norwegische Browserschmiede unter den Nagel reißen.

Das Internet übertrifft als Gerüchteküche jeden Flurfunk. Das gilt in den letzten Tagen besonders für Opera Software . Denn nachdem sich die Übernahme von Opera durch Google wohl als frei erfunden erwiesen hat, wird jetzt Microsoft als angeblicher Kaufinteressent für das norwegische Unternehmen gehandelt.

Google ist bekanntlich bei AOL eingestiegen ( die PC-WELT berichtete ). Microsoft steht damit in der Tat unter Zugzwang, was seine strategische Weiterentwicklung auf dem Bereich der Online-Werbung und den Ausbau seiner Suchmaschine betrifft. Doch ob dafür Opera die richtige Lösung wäre, darf bezweifelt werden.

Angeblich sollen ein Microsoft-Insider bestätigt haben, dass der Redmonder Riese die zwar bekannte und bei vielen Anwendern sehr beliebte, aber im Vergleich zu Microsoft geradezu zwergenhafte Opera Software übernimmt. Angeblich. Doch konkrete Quellen nennt die englischsprachige IT-Nachrichtenseite Cool Tech Zone nicht.

Angeblich sollen sowohl Google als auch Microsoft Gebote für Opera Software abgegeben haben. Das würde zu den Gerüchten der letzten Woche passen. Microsoft habe sich schließlich durchgesetzt. Der Deal sei bereits in trockenen Tüchern, die Verantwortlichen der beiden Unternehmen würden jetzt darüber verhandeln, wo künftig die Entwicklungsabteilung für die Browser angesiedelt werden solle. Unter anderem sei Indien dafür im Gespräch.

Der Opera-Browser mag technisch für Microsoft prinzipiell ja durchaus interessant sein. Doch Operas wichtigstes Gut sind die Benutzer von Opera. Und die dürften sich schnell von Opera abwenden, wenn Microsoft den Rivalen übernimmt. Denn wer in der Vergangenheit zum norwegischen Browser gewechselt ist, tat das ja bewusst, um den Internet Explorer nicht benutzen zu müssen. Die technischen Features von Opere wiederum könnte Microsoft angesichts seiner enormen Ressourcen auch ohne die Norwegen beim IE realisieren.

Stellt sich also die Frage, was diese Übernahme - sofern das Gerücht überhaupt stimmt - Microsoft denn bringen sollte. Hier kann man vielleicht an die Opera-Versionen für Mobiltelefone denken. Opera Software ist auf diesem Sektor sehr stark, was die Norweger zuletzt besonders durch Opera Mini bewiesen haben ( die PC-WELT berichtete ).

Von Microsoft liegt uns derzeit noch keine Stellungnahme vor. Angesichts des unmittelbar bevorstehenden Weihnachtsfests ist hier kurzfristig kaum etwas zu erwarten. Jon S. von Tetzchner, der CEO und Gründer von Opera Software, hat der PC-WELT allerdings umgehend geantwortet: Das Gerücht sei eben nur ein Gerücht, es sei überhaupt nichts dran, so Tetzchner.

Opera Software hat durch die ganzen Übernahmespekulationen zumindest eines erreicht: Das vergleichsweise kleine Unternehmen ist ständig in den Medien präsent…

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