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Windows XP überlebt Windows 7 um ein Jahr

04.05.2009 | 10:31 Uhr |

Windows XP wird bis zu einem Jahr nach Erscheinen von Windows 7 für Netbooks noch erhältlich sein. Das hat Microsoft bestätigt.

Mike Nash, Corporate Vice President, Windows Product Management von Microsoft, hat nochmals bestätigt, dass Microsoft den Herstellern von Netbooks auch nach dem Start von Windows 7 weiterhin Windows XP als Betriebssystem zur Installation und Auslieferung an die Kunden bereit stellen wird. Und zwar noch bis zu ein Jahr lang, sofern das die Kunden wünschen. Diese Ankündigung ist allerdings nicht annähernd so spektakulär, wie sie sich anhört. Darauf hat Microsoft-Kennerin Mary Jo Foley hingewiesen.

Denn bereits im Jahr 2008 hat Microsoft-Chef Steve Ballmer bekannt gegeben, dass Netbook-Hersteller entweder bis zum 30. Juni 2010 Windows XP vorinstalliert an ihre Kunden verkaufen dürfen oder bis zu ein Jahr lang nach dem Start des XP-Nachfolgers. Je nachdem, was später eintritt.

Wenn Microsoft also im Herbst 2009 Windows 7 veröffentlichen sollte, was viele Experten erwarten, dann dürfen Netbook-Hersteller Windows XP bis zum Herbst 2010 ihre Mini-Rechner mit vorinstalliertem Windows XP ausliefern.

Allerdings stellt sich für Netbook-Käufer die Frage, weshalb sie Windows XP den Vorzug vor Windows 7 geben sollten. Denn anders als Windows Vista begnügt sich Windows mit bescheideneren Hardwareansprüchen und zeigt sich auf Netbooks deutlich performanter, eignet sich somit durchaus für Netbooks.

Für Windows XP anstelle von Windows 7 als Betriebssystem auf einem Netbook sprechen dann nur noch Argumente wie beispielsweise der Preis für das Betriebssystem. Für Windows XP verlangt Microsoft nach Branchengerüchten derzeit 15 US-Dollar pro Lizenz vom PC-Hersteller. Derzeit steht noch nicht fest, wie viel Microsoft PC-Herstellern für eine Windows-7-Lizenz abknöpfen wird. Allzu weit darf über 15 Dollar darf Microsoft aber nicht gehen, weil sonst Windows XP und nach dessen Vertriebseinstellung Linux und Android preislich zu attraktiv sind. Schließlich sind die Gewinn-Margen bei den vergleichsweise preiswerten Netbooks ohnehin nicht allzu groß.

Ein weiteres Argument für Windows XP könnten wie gehabt Kompatibilitätsprobleme sein. Wer dringend bestimmte Software benötigt, die nun einmal unter Windows 7 nicht läuft, greift weiterhin zu Windows XP. Der von Microsoft für Windows 7 versprochene Windows-XP-Modus, der unter Windows 7 ein virtuelles Windows 7 simuliert , hilft hier nicht weiter. Netbooks werden kaum mit diesem für Unternehmen vorgesehenen virtuellen XP ausgestattet sein.

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