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Windows XP darf weiterleben

04.06.2008 | 15:24 Uhr |

Microsoft hat die Computex in Taiwan genutzt, um eine weitere Verlängerung des Windows-XP-Lebens bekannt zu geben - allerdings nur für bestimmte Systeme.

Das Ende von Windows XP am 30. Juni rückt immer näher . Im April hatte Microsoft für Billig-Laptops á la Eee PC eine Ausnahme gemacht und der Verwendung des Betriebssystems auf diesen Systemen auch nach dem 30. Juni zugelassen. Auf der Computex in Taiwan hat Microsoft nun eine weitere Ausnahmeregelgung verkündet.

Microsoft gestattet nunmehr auch die Verwendung von Windows XP auf Billig-Desktop-Rechnern über den 30. Juni hinaus. Damit geht Microsoft einen weiteren Kompromiss ein. Anzunehmen ist, dass der Druck der Billig-PC-Hersteller, Asustek hat beispielsweise die Wii-ähnliche Eee Box angekündigt, zu groß wurde. Ähnlich wie bei den Billig-Laptops ist auch bei den Billig-PCs das Betriebssystem Windows Vista zu ressourcen-hungrig, so dass Windows XP hier die bessere Lösung ist.

Microsoft erlaubt, so die Ankündigung auf der Computex, den Herstellern von Niedrig-Preis-Desktop-Rechnern die Verwendung von Windows XP bis 2010. Damit gilt die selbe Regel wie bei Billig-Notebooks, bei denen ebenfalls Windows XP bis zu diesem Zeitpunkt genutzt werden kann.

"Wir haben eine hohe Nachfrage von Windows bei dem Eee PC gesehen. Es ist großartig, dass Microsoft dieser Kunden-Nachfrage nachkommt und eine Windows-Lösung auf diesen Geräten ermöglicht", kommentierte Asustek-Chef Jerry Shen die Entscheidung von Microsoft.

Auf welchen Billig-Rechnern Windows XP bis 2010 eingesetzt werden kann, ist klar geregelt. Microsoft beschränkt die Nutzung auf Geräte der so genannten "Nettops"-Klasse. Dabei handelt es sich um einen von Intel festgelegten Begriff für günstige Rechner mit limitierter Hardware-Ausstattung, die vorrangig für das Surfen im Internet und den Mail-Austausch bestimmt sind. Diese Geräte sind beispielsweise in der Lage, Video-Streams anzuzeigen. Für das Bearbeiten von Videos sind sie aber nicht geeignet. Zu dieser Geräteklasse gehört auch die bereits erwähnte Eee Box, die im Juli auf den Markt kommen soll . Das Gerät wird es wahlweise mit Linux oder Windows XP geben.

Unklar bleibt, ob Microsoft klarer definieren wird, auf welchen günstigen Desktop-PCs künftig Windows XP zum Einsatz kommen darf. Nur so könnte verhindert werden, dass PC-Hersteller Windows XP auch auf leistungsfähigeren Rechnern einsetzen. Auf der Computex war allerdings zu hören, dass Microsoft mit den Herstellern Vereinbarungen getroffen hat, Windows XP nur noch auf bestimmten Geräteklassen einzusetzen. Diese Selbstverpflichtung der Hersteller könnte bedeuten, dass Microsoft nicht die genauen Hardware-Spezifikationen vorgeben muss und die Hersteller damit flexibler bleiben. In der Regel werden bei den Billig-PCs die neue Intel-CPU Atom oder Vias C7-CPU zum Einsatz kommen.

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