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Windows 7 erhält keinen neuen Kernel

27.05.2008 | 16:03 Uhr |

Microsoft ist derzeit noch nicht bereit, über Windows 7 detailliertere Auskünfte zu geben. Die Gründe hierfür erläutert Chris Flores, der als Director bei Microsoft Mitglied des Windows Client Communications Team ist. Immerhin hat Flores aber auch Neuigkeiten bezüglich Windows 7 zu verkünden. Für den Vista-Nachfolger wird kein neuer Kernel entwickelt!

Chris Flores nutzt einen Blog-Eintrag im offiziellen Windows-Vista-Blog, um etwas zu verkünden, was ohnehin schon die ganze Welt weiß: Microsoft entwickelt derzeit unter dem Code-Namen " Windows 7 " den Windows-Vista-Nachfolger. Gleichzeitig dämpft Flores aber auch die Erwartungen, indem er verkündet, dass Microsoft derzeit zu dem Thema nicht viel zu sagen hat und auch nicht sagen will. Dennoch lohnt sich das Weiterlesen, denn einige Neuigkeiten hat Flores dennoch verraten!

"Als wir Windows 2000 auslieferten, arbeiteten wir bereits an Windows XP und wir haben mit der Arbeit an Windows Vista begonnen, ehe wir Windows XP auslieferten. Natürlich denken wir also an unsere Investitionen, die wir in Windows Vista getätigt haben und wie wir bei der nächsten Version von Windows darauf bauen können", schreibt Flores.

Microsoft habe aber seine Strategie geändert, wenn es um das Thema geht, wann und wie man über die nächste Version von Windows reden will. Das sei aus dem Grund geschehen, weil man weiß, dass die Leute reagieren, sobald man etwas verkündet. Und das kann sich später auswirken, sobald man zunächst etwas verkündet und später die Pläne ändern muss. "Mit Windows 7 versuchen wir etwas vorsichtiger zu planen, wie wir Informationen darüber an unsere Kunden und Partner weitergeben", so Flores. So habe man vor einigen Monaten einige vorläufige Pläne für Windows 7 an Software- und Hardware-Partner verraten, um Feedback zu erhalten und es in die Entwicklung einfließen zu lassen. Seitens Microsoft ist man der Meinung, dass dieses Vorgehen dabei hilft, ein besseres Produkt zu entwickeln und besser vorhersagen zu können, was das Produkt ausgeliefert wird. Im Gegenzug ist man sich aber auch bei Microsoft bewusst, dass dieses Vorgehen in der Öffentlichkeit für Verwirrung sorge.

Flores nutzt anschließend die Gelegenheit, um auf den Erfolg von Windows Vista aufmerksam zu machen und verweist darauf, dass bis Ende März über 140 Millionen Lizenzen des Betriebssystems verkauft worden sind. Millionen von Anwendern und Geschäftskunden hätten Vista schon im Einsatz oder würden den Umstieg planen.

Anschließend widmet sich Flores wieder dem Thema Windows 7. Er beantwortet die Frage, ob es sich bei Windows 7 um einen "major release" handeln wird, mit einem klaren "Ja", weil sich ein Produkt nicht anders beschreiben lasse, mit dem Millionen von Anwender arbeiten und das von Tausenden von Entwicklern kreiert wurde.

"Die langfristigen architektischen Investitionen, die wir in Windows Vista eingeführt haben und die wir für Windows Vista SP1 und Windows Server 2008 verfeinert haben, werden auch in Windows 7 weitergeführt werden", erläutert Flores. Für Windows Vista habe man ein solides Fundament entwickelt, zu dem Subsysteme für Grafik, Audio und Speicher gehören. Windows Server 2008 habe man auf diesem Fundament entwickelt und auch Windows 7 werde darauf errichtet.

"Im Gegensatz zu manchen Spekulationen, werden wir für Windows 7 keinen neuen Kernel entwickeln. Wir werden die Kernel-Architektur und die Komponentenmodelle verwenden, die wir in Windows Vista eingeführt haben", erklärt Flores und fügt hinzu, dass dies bedeute, dass bei Windows 7 unter anderem die Software- und Hardware-Kompatiblität im Vergleich zu Windows Vista nicht beeinträchtigt werde. Zusätzlich bedeutet dies auch, dass Windows 7 mit dem Ziel entwickelt wird, dass es auf Systemen laufen wird, die heute die Mindestvorraussetzung für Vista erfüllen. Außerdem heißt dies, dass Hardware und Applikationen, die heute unter Windows Vista laufen, problemlos unter Windows 7 laufen werden.

"Wir sind weiterhin gut im Entwicklungsprozess von Windows 7 und ich freue mich zu verkünden, dass wir immer noch im Zeitplan sind, Windows 7 ungefähr drei Jahre nach der breiten Verfügbarkeit von Windows Vista auszuliefern", so Flores. Er kündigt auch an, dass es wie gewohnt auch Vorabversionen von Windows 7 geben wird, die zum Testen bereitstehen werden und bei denen man das Feedback der Tester hören wird. Derzeit sei man seitens Microsoft aber nicht dazu bereit, einen festen Termin oder einen Terminplan für die Veröffentlichung der Beta-Versionen zu nennen.

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