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Microsoft: Wie geht's weiter ?

08.06.2000 | 16:01 Uhr |

Nachdem Microsoft angekündigt hat, in Berufung zu gehen, ist der Fall noch lange nicht abgeschlossen, kann man davon ausgehen, dass erst in einigen Jahren mit einem entgültigen Urteil zu rechnen ist. Rechtsexperten begründen dies auch damit, dass die Entscheidung die staatliche Vorgehensweise in Kartellrechtsverfahren für die kommenden Jahrzehnte prägen wird.

Nachdem Microsoft angekündigt hat, in Berufung zu gehen, ist der Fall noch lange nicht abgeschlossen, kann man davon ausgehen, dass erst in einigen Jahren mit einem entgültigen Urteil zu rechnen ist. Rechtsexperten begründen dies auch damit, dass die Entscheidung die staatliche Vorgehensweise in Kartellrechtsverfahren für die kommenden Jahrzehnte prägen wird.

Die beschlossene Aufspaltung kann erst dann vollzogen werden, wenn das Berufungsverfahren abgeschlossen ist. Innerhalb der nächsten 90 Tage müssen lediglich diverse Auflagen erfüllt werden - etwa die Offenlegung des Quellcodes, mit dem Microsoft Software zur Integration in das Windows-Betriebssystem ermöglichte.

Microsoft wird zunächst versuchen, die Aufhebung der Auflagen zu erreichen, "damit wir die Berufung angehen können, ohne dass Microsoft oder unseren Kunden ein Schaden entsteht", so Gates.

Microsoft geht trotz des gestrigen Urteils davon aus, dass es den Fall noch gewinnen wird. Vor allem verfolgt man das web-basierte Projekt "Next Generation Windows Services" (NGWS) weiter mit Hochdruck - ein Zeichen dafür, wie siegessicher der Konzern ist. Denn gerade die Verknüpfung des Betriebssystems mit einer Internet-Anwendung war der Hauptgrund für das relativ harte Urteil im Kartellprozess.

Sollte Microsoft innerhalb der nächsten 15 Tage seine Berufung einreichen, kann die US-Regierung den Fall direkt an den Obersten Gerichtshof übertragen und damit eine langwierige Instanz, das Berufungsgericht des "Districts of Columbia", überspringen. Diese Vorgehensweise wäre allerdings ungewöhnlich - denn in Fällen von öffentlichem Interesse gilt normalerweise der Grundsatz, dass alle verfügbaren Rechtswege einzuschlagen sind. Daher ist es eher unwahrscheinlich, dass der Fall die direkte Abkürzung in die Arme des Obersten Gerichtshofes nehmen wird. (PC-WELT, 08.06.2000, pk)

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