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Vista-Benutzerkontosteuerung soll Anwender nerven

14.04.2008 | 13:18 Uhr |

Viele Nutzer von Vista beschweren sich über die Benutzerkontosteuerung (UAC) und bezeichnen sie als nervig. Microsoft hat dies auf der Sicherheitskonferenz RSA in San Francisco eingeräumt und erklärt, dass dies auch das Ziel bei der Entwicklung von UAC gewesen ist.

Sobald in Vista eine Applikation höhere Rechte verlangt, schlägt UAC zu und verlangt vom Anwender tätig zu werden. Viele Anwender empfinden dieses Verhalten von Vista als nervig. David Cross, bei Microsoft unter anderem für das Design von UAC verantwortlich, erklärte auf der Sicherheitskonferenz RSA in San Francisco, dass genau dieses "Nerven" Ziel bei der Entwicklung von UAC gewesen sei.

"Der Grund, warum wir UAC in Vista gepackt haben, war, um Anwender zu nerven", erklärte Cross in seiner Rede auf der RSA Conference und fügte hinzu, dass bei Vorgänger-Betriebssystemen viele Anwendungen Administrator-Rechte verlangten und daher Anwender das Betriebssystem gleich mit diesen Administrator-Rechten nutzten. Die Einführung von UAC sollte aber dafür sorgen, dass Anwender beim Ablaufen dieser Applikationen durch die Hinweisfenster genervt werden. Dies wiederum sollte bei den Entwicklern der Software dafür sorgen, dass diese ihre Produkte so entwickeln, dass sie die Anwender nicht mehr wegen UAC nerven.

Laut Angaben von Cross habe sich Microsoft für die Einführung von UAC entschieden, um die Software-Hersteller dazu zu zwingen, ihren Code sicherer zu machen, weil jeder potentiell unsichere Code dazu führt, dass beim Anwender UAC in Erscheinung tritt und ihn zum Handeln auffordert.

Dieses Ziel, so Cross, sei auch erreicht worden, denn die Zahl der Anwendungen, bei denen UAC zuschlägt, habe abgenommen und dadurch würden auch immer weniger UAC-Hinweise beim Arbeiten mit dem Vista-Rechner erscheinen.

Dass Software-Hersteller vermeiden wollen, dass UAC bei dem Anwender in Erscheinung tritt, hat auch einen anderen Grund, denn viele Anwender klicken eher auf den Button "Abbrechen", als der Anwendung zu gestatten, mit Administratorrechten auf dem Rechner zu operieren. Diese Aussage belegte Cross mit den von den Vista-Anwendern (mit ihrem Einverständnis) gesammelten Daten. Demnach nutzen 88 Prozent der Vista-Anwender das Betriebssystem mit eingeschalteter Benutzerkontensteuerung.

Selbst Kaspersky Lab hat seine frühere Kritik an UAC mittlerweile relativiert. Kurz vor dem Vista-Start hatten die Sicherheitsspezialisten von Kaspersky die Vista-Funktion noch als ineffektiv bezeichnet. Auf der RSA-Sicherheitskonferenz hieß es nun seitens Kaspersky, dass jeder Versuch, die Angriffsoberfläche zu senken und die Entwicklung von sicherer Software zu fördern, begrüßenswert sei.

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