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Microsoft-Vergleich geplatzt

Die Vergleichsverhandlungen im Monopol-Verfahren gegen Microsoft sind am Wochenende gescheitert. Die Beteiligten konnten sich nicht über den weiteren Weg einigen. Nun muss das Gericht entscheiden, ob Microsoft die Marktmacht durch das Betriebssystem Windows dazu genutzt hat, um Konkurrenten aus dem Internet-Geschäft zu drängen.

Die Prozessbeteiligten im Monopol-Verfahren gegen Microsoft konnten sich nicht auf einen Vergleich einigen. Am Samstagabend (Ortszeit) erklärte der Vermittler, Richter Richard Posner, dass die Bemühungen um eine gütliche Einigung gescheitert seien. Jetzt entscheidet das Gericht. Damit droht Microsoft eine Verurteilung wegen Missbrauch seiner Markmacht, die die Zerschlagung des Konzerns zur Folge haben könnte.

19 US-Staaten und die US-Regierung werfen dem weltgrößten Softwarekonzern vor, die Marktmacht des Betriebssystems Windows dazu benutzt zu haben, Konkurrenten wie Netscape aus dem Internetgeschäft zu drängen. Dies habe den technischen Fortschritt behindert und Konkurrenten wie Verbraucher geschädigt.

Beobachter erwarten, dass Microsoft im Falle der Niederlage Berufung einlegen wird. In diesem Fall dürfte sich das Verfahren noch Jahre hinziehen.

Vermittler Posner betonte, dass die Verhandlungen nicht an mangelnder Bereitschaft Microsofts oder der US-Regierung gescheitert seien. Vielmehr bestand Uneinigkeit über den wahrscheinlichen Weg, den Ausgang und die Folgen des weiteren Verfahrens. Fast 20 Vergleichsvorschläge waren im Laufe der Zeit ausgearbeitet worden. (PC-WELT, 03.04.2000, dpa/ hr)

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