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Microsoft-Verfahren: EU zeigt die Folterinstrumente

11.07.2006 | 14:45 Uhr |

Verliert die EU-Kommission wirklich die Geduld mit der Hinhaltetaktik von Microsoft oder sind es nur Muskelspiele? Wie dem auch sei, jetzt kursieren Gerüchte, dass die EU von Microsoft tatsächlich bald die Zahlung der angedrohten Geldstrafe fordern wird. Für die Zukunft droht den Redmondern sogar ein noch deutlich höherer Tagessatz.

In dem schon einige Jahre andauernden Konflikt zwischen der EU und Microsoft verhält sich die EU wie ein mittelalterlicher Folterknecht: Um Microsoft einzuschüchtern, zeigt die EU-Kommission ihre Folterinstrumente. Sprich: Sie sorgt durch offensichtlich gezielte Indiskretionen dafür, dass ständig neue Gerüchte über die drohende Geldstrafe an die Öffentlichkeit gelangen. So ist mittlerweile von drei statt zwei Millionen Euro Geldstrafe pro Tag die Rede.

Das wollen unsere Kollegen vom IDG-Newsservice von einer der EU-Kommission nahe stehenden Person erfahren haben. Wenn die Gerüchte zutreffen, brummt die EU-Kommission Microsoft am kommenden Mittwoch zwei Millionen Euro Geldstrafe für jeden Tag ab dem 15. Dezember auf ( die PC-WELT berichtete ). Diese Strafe von rund 400 Millionen Euro käme zusätzlich zu einem Rekord-Bußgeld von 497 Millionen Euro, das die Kommission bereits vor zwei Jahren verhängte.

Für die Zukunft droht die EU Microsoft sogar mit drei Millionen Euro Geldstraße pro Tag. So lange, bis der Redmonder Konzern die Auflagen der EU vollständig umgesetzt hat. Dabei geht es unter anderem darum, dass Microsoft technische Dokumentationen zu seinen Windows-Produkten anderen Unternehmen zur Verfügung stellt.

Bis zum 18. Juli will Microsoft die noch fehlenden Unterlagen vorlegen. Diese will die EU dann prüfen, wofür mindestens zwei Monate veranschlagt werden. Kommt die EU-Kommission zu dem Schluss, dass die am 18. Juli vorgelegten Dokumentationen ausreichend sind, entgeht Microsoft der zweiten, höheren Geldstrafe.

EU-Streit: Geldstrafe für Microsoft rückt näher (PC-WELT Online, 04.07.2006)

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