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Microsoft-Urteil ohne Bestand?

Die gerichtlich angeordnete Zerschlagung des Microsoft-Konzerns hat dem Chef der deutschen Monopolkommission zufolge keinen Bestand. Auch wenn der Monopolvorwurf gerechtfertigt sei - die Strafe sei unverhältnismäßig und angesichts des rasanten Wettbewerbs im Internet unsinnig.

Die gerichtlich angeordnete Zerschlagung des Microsoft-Konzerns hat einem deutschen Experten zufolge keinen Bestand. Der Vorsitzende der Monopolkommission, Wernhard Möschel, nannte die Entscheidung, den Konzern in zwei unabhängige Unternehmen zu zerteilen, gegenüber dem Hessischen Rundfunk "unverhältnismäßig".

Microsoft habe zwar unzulässigerweise auf PC-Hersteller eingewirkt und seine Marktstellung missbraucht. Auf diese Weise habe das Unternehmen die Rolle der Konkurrenten geschwächt und damit gegen das Monopolisierungsverbot verstoßen. Der Vorwurf, Microsoft habe das Betriebssystem Windows mit dem Internet-Browser ausgestattet, ist nach Ansicht Möschels dagegen kartellrechtlich nicht überzeugend. Außerdem sei der Wettbewerb im Internet so rasant und die Entwicklung so dynamisch, dass sich eine Aufteilung von Microsoft erübrige.

Die Monopolkommission ist ein von der Bundesregierung berufenes Expertgremium, das den Stand der Unternehmenskonzentration in Deutschland kontrolliert. (PC-WELT, 09.06.2000, sp)

Harte Strafen für Microsoft (PC-WELT Online, 8.6.2000)

Günstigere Preise, mehr Wettbewerb (PC-WELT Online, 8.6.2000)

Microsoft: Wie geht's weiter ? (PC-WELT Online, 8.6.2000)

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