18.06.2009, 15:52

Frank Ziemann

Microsoft Security Essentials

Morro hat einen Namen bekommen - erste Bilder

Microsofts Nachfolger von Windows Live OneCare hat inzwischen einen Produktnamen bekommen - es wird Microsoft Security Essentials heißen. Wir zeigen erste Screenshots einer im Internet aufgetauchten Version.
Am 30. Juni stellt Microsoft den Vertrieb seines Sicherheitspakets Windows Live OneCare ein. Ein Nachfolger wird zu diesem Termin noch nicht verfügbar sein, ist jedoch in Sicht. Unter dem Codenamen "Morro" hat Microsoft einen kostenlosen Basisschutz angekündigt. Dessen Produktname wird voraussichtlich "Microsoft Security Essentials" lauten. Eine inoffizielle Testversion in englischer Sprache ist bereits im Internet aufgetaucht.
Bei Microsoft Security Essentials (MSSE) handelt es sich um ein stark abgespecktes Antivirusprogramm. Es enthält keine der von OneCare bekannten Zusatzfunktionen wie Firewall, Backup oder Systemwiederherstellung. Es wird also keineswegs in Konkurrenz zu den kostenpflichtigen Security Suites namhafter Antivirushersteller treten.
MSSE ist eher mit anderen, kostenlosen Antivirusprodukten vergleichbar. Es basiert auf dem Malware-Scanner, der in OneCare und Forefront steckt. Es erkennt auch Adware sowie Spyware und deaktiviert bei der Installation den ab Vista serienmäßigen Windows Defender. Die automatische Update-Funktion holt sich regelmäßig aktualisierte Signaturen, die Microsoft für OneCare ohnehin bereit stellt - auch nach dem 30. Juni.
Ein konfigurierbarer Virenwächter (On-Access-Scanner), der Zugriffe in Echtzeit überwacht, ist vorhanden. Auch zeitgesteuerte System-Scans können angelegt werden, Mail- und Web-Schutz fehlen hingegen. Zusammen mit der ab Vista als Zwei-Wege-System ausgelegten Windows Firewall bietet MSSE einen kostenlosen Basisschutz, nicht mehr und nicht weniger.
Microsoft will mit MSSE das mit OneCare nicht erreichte Ziel weiter verfolgen - möglichst viele Internet-Nutzer sollen einen Windows-PC mit aktuellem Virenscanner benutzen. Schätzungen besagen, dass etwa die Hälfte aller Windows-Rechner weltweit ohne Schutz vor Malware ans Internet geht. Sie gefährden so nicht nur sich selbst sondern auch alle anderen. Botnetze aus gekaperten, fremdgesteuerten PCs sind heute die Basis der Online-Kriminalität, sie verbreiten Spam und Malware.
Microsoft testet MSSE derzeit intern - ein öffentlicher Betatest könnte, so man Gerüchten glauben mag, im September starten. Nach Angaben von Microsoft soll MSSE noch in diesem Jahr für Jedermann erhältlich sein. Es wird Versionen für Windows XP, Vista und Windows 7 geben, für Vista und Windows 7 auch in einer 64-Bit-Ausführung.
Vor im Internet kursierenden Vorabversionen muss jedoch gewarnt werden - bereits von Windows 7 RC sind trojanisierte Kopien aufgetaucht. Generell sollten Sie Beta-Versionen nur auf einem Testsystem installieren, am besten in einer virtuellen Maschine. Eine solche aus dem installierten Windows zu erzeugen ist recht einfach und geht schnell, wie unser Ratgeber-Artikel zeigt.
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