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Sammelklage wegen Vista gewinnt an Fahrt

26.03.2008 | 13:25 Uhr |

In der Vista-Sammelklage gegen Microsoft wollen die Kläger eine Reihe namhafter IT-Unternehmen wie Acer, Amazon oder Dell vorladen. Damit sollen die Firmen zur Herausgabe vertraulicher Unterlagen gezwungen werden. In der Klage geht es darum, ob Microsoft bewusst die Systemvoraussetzungen für Windows Vista zu niedrig angesetzt und damit die Käufer getäuscht habe.

Hat Microsoft beim Verkaufsstart von Vista bewusst die Hardwarevoraussetzungen für sein neues Betriebssystem zu niedrig angesetzt? Das behaupten zumindest die Verfasser einer Sammelklage gegen das Redmonder-Unternehmen, die im Vertrauen auf das "Windows Vista Capable"-Logo Rechner kauften und dann enttäuscht feststellen mussten, dass nur die Home Basic-Variante ohne Aero auf ihrer zu knapp dimensionierten Hardware lief. Microsoft habe also im Jahr 2006 viele Kunden mit dem "Windows Vista Capable"-Aufkleber zum Kauf zu schwacher Hardware verleitet.

Ein US-Gericht nahm die Sammelklage an. Jetzt haben die Kläger nachgelegt: Zahlreiche IT- und Internet-Unternehmen sollen zur Aussage vor Gericht und zur Herausgabe relevanter Unterlagen vorgeladen werden. Die Liste der davon betroffenen Unternehmen liest sich wie das Who-is-Who der IT-Branche: Unter anderem werden Acer, Amazon, Dell, Gartner, Hewlett-Packard, Intel, Sony und Toshiba genannt, wie man einem Blogeintrag des Seattle Post Intelligencer entnehmen kann. Der Seattle Post Intelligencer ist die Tageszeitung, die man am Firmensitz von Microsoft in Redmond bei Seattle liest. Der ehemalige Microsoft-Manager und Windows-Verantwortliche Jim Allchin gehört ebenfalls zu den Vorgeladenen.

Die Kläger wollen durch die Vorladung an Unterlagen und Aussagen gelangen, die beweisen, dass Microsoft die Verbraucher mit dem "Windows Vista Capable"-Logo bewusst in die Irre geführt habe. Einige der betroffenen Unternehmen haben bereits Widerspruch gegen die Vorladung eingelegt, Microsoft selbst will zudem die Aussetzung des Verfahrens erreichen um Zeit zu bekommen, um bei einem höheren Gericht die generelle Zulassung der Klage als Sammelklage prüfen zu lassen.

Die zuständige Richterin hatte bereits erklärt, dass sie den Betrugsvorwurf nicht als Klagegrund zulassen werde, wohl aber den Vorwurf, durch das "Windows Vista Capable"-Logo seien die Preise für die Hardware künstlich in die Höhe getrieben worden und die Käufer hätten deshalb mehr für ihre Rechner gezahlt, als sie ohne diese Logo bezahlt hätten.

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