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Microsoft-Prozess: Keine Einigung

In den Schlussplädoyers des Microsoft-Prozesses sind die beiden Parteien nicht von ihren Positionen abgewichen. Während das Justizministerium darauf beharrte, Microsoft habe seine Monopolstellung bei Betriebssystemen dazu benutzt, um Konkurrenten aus dem Markt zu drängen, warf Microsoft dem Justizministerium eine willkürliche Auslegung der Gesetze vor.

In den Schlussplädoyers des Microsoft-Prozesses sind die beiden Parteien nicht von ihren Positionen abgewichen. Während das Justizministerium darauf beharrte, das Unternehmen habe seine Monopolstellung bei Betriebssystemen dazu benutzt, um Konkurrenten aus dem Markt zu drängen, warf Microsoft dem Justizministerium eine willkürliche Auslegung der Gesetze vor.

Nach den Worten von Microsofts Rechtsexperten Bill Neukom hat der Software-Riese gemäß geltendem Kartellrecht gehandelt. "Wir glauben, dass die Gesetze Microsofts Verpflichtung unterstützen, bessere Produkte und damit einen Mehrwert für die Kunden zu schaffen", so Neukom. Das Justizministerium versuche jedoch, die Wettbewerbsgesetze neu zu schreiben. Dadurch würde die Entwicklung von innovativen und preiswerten Produkten gebremst - zum Nachteil der Endanwender.

Das Wohl des Anwenders rückte im Laufe der Diskussionen immer mehr in den Vordergrund. Microsoft-Anwalt John Warden argumentierte sogar, dass das Unternehmen zwar nicht wettbewerbswidrig gehandelt habe, dass jedoch - selbst wenn es gegen das Gesetz verstoßen würde - legal handeln würde, solange die Verbraucher davon profitierten.

Microsoft sei aber nach wie vor an einer außergerichtlichen Einigung interessiert. Die Verkündung des Urteils wird nicht vor April erwartet. (PC-WELT, 23.02.2000, sp)

Showdown im Microsot-Prozess (PC-WELT, 22.02.00)

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