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Microsoft-Praktikant entwickelte Windows Solitaire

12.01.2016 | 11:24 Uhr |

Windows Solitaire wurde von einem Microsoft-Praktikanten entwickelt. Dieser hat nun erzählt, wie es dazu kam.

Die am häufigsten genutzte Windows-Applikation in der Windows-Geschichte ist... Windows Solitaire. Das Spiel wurde mit Windows 3.0 ausgeliefert und gehört seitdem zur Grundausstattung von Windows. Nicht zuletzt aufgrund der einfachen Regeln eignet sich das Spiel, um kurz zwischendurch mal die PC-Arbeit zu unterbrechen und abzuschalten. Seit Windows 8 und damit auch in Windows 10 muss Windows Solitaire (auch Klondike genannt) aber zunächst aus dem Windows Store heruntergeladen werden.

Bereits vor einigen Monaten - als Windows 3.0 den 25. Geburtstag feierte - wurde bekannt, dass ein bei Microsoft beschäftigter Praktikant namens Wes Cherry Windows Solitaire Ende der 1980er Jahre entwickelte. Auf Reddit hat sich Cherry sich nun zu Wort gemeldet, um die Geschichte der Entwicklung von Windows Solitaire zu erzählen.

Auf Reddit bestätigt Cherry, dass er der Entwickler von Windows Solitaire war. Er entwickelte das Spiel allerdings in seiner Freizeit, als er im Sommer 1988 als Praktikant bei Microsoft tätig war. Auf die Idee kam er, weil er auf dem Mac ein ähnliches Spiel gerne spielte und davon eine Windows-Version haben wollte. Die erste Version von Windows Solitaire entwickelte er für Windows 2.1.

Windows 10 doch nicht ganz kostenlos: Solitaire im Abo

Laut Cherry gab es in der Zeit bei Microsoft eine Art "Unternehmen im Unternehmen" namens Bogus Software. Dabei handelte es sich letztendlich um einen Server, auf dem Microsoft-Mitarbeiter ihre zum Spaß entwickelte Software und Spiele ablegten. Ein Programm-Manager des Windows-Teams entdeckte Windows Solitaire auf diesem Server und entschied, dass das Spiel mit Windows 3.0 ausgeliefert werden müsse.

Früheren Gerüchten zufolge erhielt Cherry keine Anerkennung für sein Spiel seitens Microsoft. Dem widerspricht Cherry in seinem Reddit-Eintrag. Ihm sei erklärt worden, dass er keine Bezahlung für das Spiel erhalten werden. Ihm wurde aber ein IBM XT geschenkt, den er auch nach seiner Zeit bei Microsoft behalten durfte. Mit der Gegenleistung sei er damals zufrieden gewesen und dies sei er auch heute noch.

Später erhielt er dann doch auch noch Geld von Microsoft. Und zwar für das Spiel Pipe Dream, das in den Microsoft Entertainment Packs enthalten war. Einige tausend US-Dollar habe er dafür erhalten.

Als Witz habe er von einigen Windows-Solitaire-Fans schon mal denen einen oder anderen Penny per Post erhalten. Bisher seien aber nur 8 Cent zusammengekommen.

Wes Cherry erklärt abschließend, dass er im Raum Seattle lebt und von der Herstellung von Apfelwein lebt. Nur noch ab und zu entwickle er Software in C oder C++. Meistens für die im Betrieb eingesetzten Maschinen.

Solitaire gehört auch zu den meist-kopierten Games. Freeware wie 123 Free Solitaire wartet gefühlt an jeder Ecke.

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