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Microsoft-Patente: Gefahr für kleinere Firmen

15.05.2007 | 13:59 Uhr |

Der Aufschrei in der Open-Source-Community nach der Meldung, dass freie Software aus Sicht des Unternehmens gegen 235 Microsoft-Patente verstößt, ließ nicht lange auf sich warten. Nun geht es an die Analyse, wer eigentlich von einem (möglichen) juristischen Vorgehen seitens Microsoft betroffen wäre. Und da stehen vor allem kleinere Firmen und Startups im Fadenkreuz.

Ob Microsoft wirklich den juristischen Weg gehen wird, um gegen angebliche Patentverstöße in Open-Source-Anwendungen vorzugehen, ist offen. Doch sollte dies der Fall sein, werden sich wohl in erster Linie kleinere Firmen und Startups, deren Geschäftsmodell auf Open Source basiert, warm anziehen müssen. Denn es ist kostspielig, sich gegen derartige Klagen zur Wehr zu setzen. Und dieses Geld fehlt gerade bei kleinen Firmen, erklärt Matt Asay, Vizepräsident für Business Developement bei Alfresco Software. Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung von Content Management Software für Unternehmen spezialisiert.

In den Produkten von Alfresco ist unter anderem auch Openoffice enthalten, bei dieser Office-Alternative will Microsoft 45 Patentverstöße gefunden haben . Zwar ist Openoffice kein Hauptbestandteil der Produktpalette von Alfresco, darüber angreifbar wäre das Unternehmen aber theoretisch.

Größere Firmen wie Ford Motor (setzt Linux im großen Rahmen ein), SAP oder Oracle könnten auf etwaige Patentklagen seitens Microsoft entsprechend reagieren, sie haben genügend Geld, ausreichende Ressourcen und langjährige Erfahrungen bei derartigen Auseinandersetzungen. Und schließlich besitzen diese Firmen eine Vielzahl eigener Patente. Im Rahmen von so genannten "cross licensing"-Abkommen könnten Patentstreitigkeiten beigelegt werden, indem die beteiligten Unternehmen die jeweiligen Patente untereinander freigeben. Eine solche Möglichkeit haben kleine Unternehmen in der Regel nicht, da sie kaum über eigene Patent-Bibliotheken verfügen.

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