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Offizielle Petition für den Erhalt von XP?

30.05.2008 | 15:56 Uhr |

Ob der Todestag von Windows XP am 30. Juni immer näher rückt oder ob sich das Betriebssystem weiterhin auf PCs tummeln wird, sollen nun angeblich die Nutzer entscheiden können. Wir haben recherchiert, ob dies tatsächlich stimmt.

Microsoft-Chef Steve Ballmer ließ vor rund einem Monat durchblicken, dass Microsoft sein Betriebssystem Windows XP auch nach dem geplanten Todestag 30. Juni weiterhin verkaufen wird .

Aus einem Bericht des Insider-Blogs Neowin.net geht nun hervor, dass Microsoft angeblich dem Tech-Support-Team den Auftrag gegeben hat, Anrufe für den Erhalt des Vista-Vorgängers aufzuzeichnen. Sollten sich genügen Anwender, so heißt es in dem Bericht, für XP einsetzen, ziehe es Microsoft in Erwägung, XP länger am Leben zu lassen. Voraussetzung: Genügend Kunden müssten sich für den Erhalt einsetzen. Bislang gab es keine Möglichkeit für XP-Verfechter, ihre Stimme für ein verlängerten Lebenszyklus direkt bei Microsoft abzugeben.

Petition kann angeblich eingereicht werden

Nutzer, die derzeit in den USA, Kanada oder dem UK verweilen, erreichen den Microsoft-Support unter folgenden Rufnummern: 866-234-6020 (USA), 0870 60 10 100 (UK) und 800-936-8479 (Kanada). Andere Anwender, so rät Neowin.net, finden über die Microsoft-Support-Webseite die für ihr Heimatland geltende Rufnummer . Unter "Kontakt" finden Sie die entsprechende Telefonnummer oder die vermeintliche Möglichkeit ihr Beschwerdestimme als Mail abzugeben.

Das zeigt unsere Recherche

Auf Anfrage bei der Pressestelle Microsoft Deutschland, ob es möglich sei, beim Support-Center eine Petition einzureichen, konnte uns diese niemand auf Anhieb beantworten. Sobald die offizielle Reaktion von Microsoft Deutschland vorliegt, reichen wir die Stellungnahme nach.

Deutschsprachige Nutzer können ihr Feedback rund um Windows XP unter 01805-67 22 55 (für Privatkundenbetreuung) für 0,14 Euro pro Minute aus dem Festnetz abgeben. Unter dieser Telefonnummer stellte sich heraus, dass ein Anruf beim deutschen Support-Center nichts bringt, denn dem am Telefon befindlichen Mitarbeiter lagen keine Informationen zur Abgabe einer Beschwerdestimme rund um Windows XP vor.

Da Neowin.net auf seiner Webseite die Rufnummern der Support-Center in USA, Kanada und UK als Anlaufstelle für die Petition angibt, haben wir zusätzlich den Support in UK kontaktiert. Das Ergebnis: Eine Petition konnten wir nicht einreichen. Im Gegenzug dazu nahm ein Support-Mitarbeiter von Microsoft UK unsere Anregung bezüglich der Verlängerung von Windows XP entgegen und versicherte uns nach Absprache mit seinem Vorgesetzten, dass das Feedback an das Escalation-Team weitergereicht werden würde. Ob die Informationen tatsächlich dort ankommen und - viel wichtiger - wie Microsoft damit verfahren wird, können wir nicht nachvollziehen.

Fazit

Es ist unklar, wie Neowin.net dazu kommt, Nutzer könnten im Support-Center von Microsoft eine Petition zur Verlängerung des Lebenszyklus von Windows XP abgeben. Fest steht, dass das Feedback zwar entgegengenommen wird, es sich jedoch nicht um eine offizielle Windows-XP-Petition von Microsoft zu handeln scheint - wenigstens nicht laut Kenntnis des britischen Support-Centers.

Die Zukunft von Windows XP
Unabhängig von Microsofts Entscheidung über das Ende von Windows XP wird der Windows-Veteran ohnehin nicht ganz von der Bildfläche verschwinden. Denn für Hersteller von Mini-PCs/Notebooks/ Mobile Internet Devices (MID) wird Microsoft das weniger Ressourcen-hungrige Windows XP definitiv weiter zur Verfügung stellen und als Alternative zu Linux zur Verfügung stellen. Dell gab zudem kürzlich bekannt, dass es bis zum Jahr 2011 Business-PCs und -Notebooks mit vorinstalliertem XP verkaufen wolle.

Für Endanwender, die bereits Windows XP besitzen, ändert sich nach dem 30. Juni ohnehin nichts. Microsoft wird das Betriebssystem noch viele Jahre mit Updates versorgen. Nach dem derzeitigen Stand wird XP sogar länger als Vista unterstützt werden.

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