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Office erhält neue Anti-Raubkopier-Funktion

09.04.2008 | 15:19 Uhr |

Microsoft will nach Windows künftig auch seine Office-Produkte besser gegen das unerlaubte Kopieren schützen.

Künftig sollen nicht nur Besitzer einer Windows-Raubkopie durch Hinweis-Fenster gewarnt werden, sondern auch Office-Produkte sollen um diese Funktion erweitert werden.

Im Rahmen eines Pilotprojekts will Microsoft Office in Chile, Italien, Spanien und der Türkei um eine Funktion erweitern, die zuschlägt, sobald das Produkt als Raubkopie genutzt wird. Stellt die Routine fest, dass Office als Raubkopie läuft, dann werden - ähnlich wie bei Windows - Hinweise auf dem Desktop eingeblendet, die den Anwender darauf aufmerksam machen.

Dafür will Microsoft das in Office bereits integrierte Echtheitsüberprüfung OGA (Office Genuine Advantage) erweitern. Sobald eine Raubkopie von Office festgestellt wird, erscheinen nicht nur die Warnhinweise in Form von Pop-Up-Dialogen, sondern der Anwender darf auch keine sicherheitsrelevanten Updates mehr für Office herunterladen.

Wie Cori Hartje, Direktorin von Microsofts Genuine Software Initiative, gegenüber unserer US-Schwesterpublikation Computerworld erklärte, wird der Besitzer einer Office-Raubkopie zunächst ein Mal täglich beim Öffnen einer Office-Applikation gewarnt und dann zusätzlich zwei Stunden später.

Nach 30 Tagen wird zu neuen Maßnahmen gegriffen: Jede Office-Applikation erhält den optischen Hinweis, dass es sich um eine Raubkopie handelt. Hartje betonte allerdings, dass der Anwender weiterhin den völligen Zugriff auf alle seine Office-Dokumente behält. Der entsprechende, visuelle Hinweis auf eine Raubkopie verschwindet nur, wenn der Anwender die Raubkopie von Office deinstalliert oder einen gültige Lizenz einsetzt.

Microsoft will es Office-Anwendern in den vier Ländern des Pilot-Projekts freiwillig überlassen, ob sie daran teilnehmen wollen. Die entsprechende Anti-Piraterie-Funktion soll in diesen Ländern Office per optional verfügbarem Update hinzugefügt werden.

Hartje betonte, dass Ziel der Aktion sei, die Anwender ein Mittel zur Verfügung zu stellen, über das sie feststellen können, ob sie eine rechtmäßige Version der Software einsetzen. Außerdem soll den Anwendern deutlich gemacht werden, welche Vorteile die Nutzung von Original-Software mit sich bringt.

Änderungen in den Anti-Piraterie-Technologien werden in der Regel nach dem Pilot-Programm in wenigen Ländern auch weltweit eingeführt. Davon ist auch im Falle von dem erweiterten OGA auszugehen. Auch OGA selbst war im April 2006 zunächst in wenigen Ländern gestartet. Im Dezember 2006 lockte Microsoft Office-Anwender zur Nutzung von OGA, in dem es nur diesen Anwendern kostenlose Office-Vorlagen zum Download anbot. Im Januar 2007 wurde OGA schließlich zur Pflicht für alle Office-Anwender, die auch künftig an Updates für Office gelangen wollten.

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