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Office 14 greift Google Docs an

29.10.2008 | 08:51 Uhr |

Google im Nacken setzt Microsoft voll auf Internet-basierte Anwendungen: Nach Azuro, der Cloud-Computing-Variante von Windows, präsentierten die Redmonder auf der PDC nun auch eine Web-Variante von Office 14. Sie wandelt technisch auf den Spuren von Google Texte und Tabellen, ist also eng mit dem Internet verknüpft.

Google hat es mit Docs & Spreadsheets (Texte und Tabellen) vorgemacht: Ein Office, das komplett im Browser läuft und dessen Funktionalität auf Google-Servern liegt. Diese Web-basierte Office gewinnt ständig neue Kunden, auch und besonders im professionellen Umfeld ( Google Apps ) und entwickelt sich so zu einer immer größeren Konkurrenz für das klassische Microsoft Office (das zudem durch Openoffice.org ebenfalls unter Druck gerät). Darauf muss Microsoft reagieren und das tat es auch: Microsoft Office geht ins Internet - allerdings nur teilweise.

Office 14, wie die nächste Version von Microsoft Office genannt wird, wird teilweise auch webbasiert erhältlich sein. Nicht alle Features von Office werden in dieser Webvariante enthalten sein - schließlich will Microsoft die klassische Desktop-Version von Office 14 nicht kannibalisieren. Stattdessen wird die Webvariante von Office 14 ganz offensichtlich als direkter Konkurrent zu Google Docs & Spreadsheets positioniert.

Diese auf der PDC als "Office Web Applications" bezeichneten Bestandteile von Office 14 sind sozusagen ein Office Light. Sie enthalten Word, Excel und Powerpoint sowie OneNote ( die Notizblock-Funktion für den PC ), decken somit von OneNote einmal abgesehen in etwa den Funktionsumfang von Google Docs & Spreadsheets ab. Anwender können diese Office Web Applications vollständig aus dem Browser heraus auf PCs, Smartphones und anderen mobilen Geräten benutzen, die gesamte Funktionalität wird von Microsoft-Servern bereit gestellt. Die webbasierte Office-Variante soll ebenfalls anpassbare Ribbons besitzen und verschiedene Browser unterstützen, unter anderem Internet Explorer, Firefox und Safari - zu Google Chrome schwieg Microsoft. Technisch soll das Web-Office auf HTML, AJAX und wohl auch auf Silverlight basieren.

Die Office Web applications soll es in einer werbebasierten und in einer Bezahl-Variante geben. Für Business-Kunden will Microsoft zudem ein Volumen-Lizenzprogramm auflegen. Die kostenlose und werbefinanzierte Variante dürfte dagegen die erste Wahl für Endanwender sein.

Wie übrigens die Office Web Applications mit dem derzeit in der Beta-Phase befindlichen Office Live Workspace zusammenarbeiten werden, ist noch nicht ganz ersichtlich. Mit Office Live Workspace können Anwender via Web Dokumente austauschen und gemeinsam bearbeiten.

Zum Start von Office 14 gibt es bis dato keine endgültige Aussage von Microsoft. Allgemein wird mit der zweiten Jahreshälfte 2009 gerechnet. Allerdings mehren sich die Stimmen, die mit Office 14 erst im Jahr 2010 rechnen.

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