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Microsoft: Offener Brief plädiert für Vielfalt bei den Dokumentenstandards

20.06.2007 | 17:44 Uhr |

In einem offenen Brief spricht sich Microsoft dafür aus, dass in der Computerwelt unterschiedliche Dokumentenformate existieren müssen und auch sollten. Anwender müssten die Wahl haben und unterschiedliche Formate würden die Tatsache widerspiegeln, dass Anwender unterschiedliche Bedürfnisse an den Formaten haben.

In einem offenen Brief plädiert Microsoft dafür, dass Anwender und Kunden eine freie Wahlmöglichkeit zwischen unterschiedlichen Dokuemtenformaten haben sollten. "Dies betrifft die Verfügbarkeit und die Entwicklung von Dokumentenformaten sowie die Ratifizierung von Open XML als ISO/IEC-Standard", heißt es seitens Microsoft. Die Existenz nur eines Standards würde zu unnötigen Einschränkungen führen und schließlich hätten Anwender auch bisher immer die Wahl zwischen mehreren Formaten gehabt. Eine Koexistenz unterschiedlicher Formate würde mit Hilfe von Interoperabilitäts-Tools sichergestellt.

Der offene Brief wurde von Tom Robertson, General Manager Interoperability and Standards, sowie Jean Paoli, General Manager Interoperability and XML Architecture bei Microsoft verfasst. In dem offenen Brief heißt es, dass das Open Document Format 1.0 (ODF) bereits seitens ISO/IEC standardisiert worden sei und nun auch Office Open XML standardisiert werden sollte.

Die beiden Verfasser verweisen darauf, dass Dateiformate schon solange existieren, wie Computer. Unterschiedliche Formate würden die Tatsache reflektieren, dass Systeme unterschiedliche Möglichkeiten und Funktionen beherrschen. Formate wie TXT, PDF, HTML und DOC hätten sich mit der Zeit bewährt, weil sie unterschiedliche Bedürfnisse befriedigen. Alle Formate würden sich mit der Zeit weiterentwickeln, ebenso wie sich die Computersysteme weiterentwickeln. Das gelte auch für die XML-basierten Dokumentenformate, zu denen sowohl Microsofts Office Open XML zählt, wie auch das von Openoffice.org unterstützte Open Document Format 1.0 und UOF. Mit der technischen Entwicklung würden auch weitere Formate folgen. Anwender sollten dabei immer die Wahl behalten, welches Format sie einsetzen wollen. Daher unterstütze Microsoft die Standardisierung jedes Formats, auch die der Formate, die von anderen Herstellern stammen.

Robertson und Paoli sind der Ansicht, dass OpenXML und ODF unterschiedliche Anwender-Bedürfnisse erfüllen und widersprechen damit dem Argument, dass nachdem ODF 1.0 standardisiert worden ist, nun OpenXML nicht mehr als Standard anerkannt werden soll. Die Verfasser des offenen Briefs plädieren dafür zu erkennen, dass beide Formate unterschiedlich seien und damit auch ihre Daseinsberechtigung hätten. Als Beispiel nennen die Autoren das Reisen von A nach B. Die Einen würden lieber fliegen, die anderen lieber mit dem Auto fahren. Beide Arten des Reisens seien fundamental unterschiedlich, würden aber die unterschiedlichen Bedürfnisse der Reisenden erfüllen. Das gelte auch für unterschiedliche Dokumentenformate.

Die gute Nachricht sei, dass Anwender mit unterschiedlichen Formaten arbeiten können, wenn sie es denn wollen. Ermöglicht werde dies durch Übersetzungprogramme. Die Bedeutung von XML-basierten Formaten steige stetig und auch OpenXML habe bereits eine große Anhängerschaft gefunden, die fordert, dass OpenXML spezifiziert, standardisiert und für die breite Masse kostenlos verfügbar ist. Nun sei die ISO/IEC an der Reihe, OpenXML zu ratifizieren und damit anzuerkennen, dass eine Wahl zwischen unterschiedlichen Dokumentenformaten existieren sollte.

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