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ODF hat OOXML geschlagen

23.06.2008 | 13:41 Uhr |

Zwei Jahre dauerte der Kampf der beiden Office-Formate: Das offene ODF (Open Document Format) gegen Microsofts OOXML (Open Office XML). Jetzt hat Microsoft eingeräumt, dass ODF diesen Kampf gewonnen hat.

Stuart McKee, Microsofts National Technology Officer, hat Ende letzter Woche auf dem Red Hat Summit den Sieg von ODF eingeräumt. "ODF hat ganz klar gesiegt", sagte McKee laut einem Bericht unserer US-Schwesterpublikation Infoworld. Er bezog sich damit auch auf Microsofts kürzlich getätige Aussage, künftig ODF direkt in Office unterstützen zu wollen . Wieso die ODF-Unterstützung nicht bereits bei Auslieferung von Office 2007 enthalten war, erklärte McKee damit, dass es nicht möglich gewesen sei, ODF mitten in der Entwicklungsphase und während der Veröffentlichungsphase hinzuzufügen. "Wir sehen aber in die Zukunft und sind verpflichtet mehr zu tun, als nur ODF-zu-OOXML-Übersetzer", sagte McKee.

Die International Organization for Standardization (ISO) hatte im April OOXML zum Standard erklärt. Die ODF-Befürworter, zu denen IBM und Sun gehören, betonen aber immer wieder, dass OOXML zu proprierär ist, um es als Standard zu deklarieren. McKee räumte ein, dass es ein Fehler von Microsoft gewesen sei, sich nicht früher mit dem Thema Standards auseinandergesetzt zu haben.

Microsofts Entscheidung, ODF künftig zu unterstützen, bezeichnete Panelist Douglas Johnson von Sun als positiv, sowohl für Microsoft selbst, als auch für die anderen Unterstützer des Standards. "Ich bin ein großer Fan von Microsofts Fähigkeit große Märkze zu kreieren, aber sie haben ein Problem: Den Markt wachsen zu lassen, wenn sie der dominante Spieler sind. Sie beginnen nun zu einem Business-Modell zu wechseln, das sich nicht darauf verlässt, die Dokumenten-Formate geschlossen zu lassen", sagte Johnson.

Eine Absage erteilt McKee den Hoffnungen, dass Microsoft OOXML fallen lassen könnte. Microsoft, so McKee, werde zwar künftig ODF unterstützen, aber damit nie OOXML ersetzen. "Ich glaube nicht, dass wir je eine Situation sehen werden, bei der es nur einen vereinheitlichten Standard gibt", sagte McKee. Das hänge auch damit zusammen, dass jeder Standard unterschiedliche Bedürfnisse erfülle. Als Beispiel nannte McKee das Jpeg-Format, welches in der Regel für von der Größe her kleinere Bild verwendet werde, während TIFF für hochauflösende Bilder zum Einsatz komme. Dieser Ansicht widersprach allerdings Venky Hariharan von Red Hat-India: "Zwei Standard für den selben Zweck zu haben, zerstört die Idee. Viele Standards für die selbe Applikation sind, meiner Meinung nach, eine schlechte Sache. Wir sollten bei der Entwicklung von Standards zusammenarbeiten und bei deren Implementation miteinander konkurrieren."

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