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Microsoft, Mozilla & Co.: Der Browser-Krieg ist beendet

18.04.2007 | 16:11 Uhr |

Vorbei die Zeiten, in denen eine Browser-Version die nächste jagte und versuchte bei den Anwendern mit immer neuen Funktionen zu punkten. Vorbei also der Browser-Krieg. Diese Ansicht herrschte jedenfalls beim Treffen von Entwicklern von Mozilla, Microsoft, Opera und Google. Statt mit immer neuen, funktionsreicheren Browser-Version aufzutrumpfen, wolle man sich künftig darauf zu konzentrieren, die Browser in den Gebieten zu verbessern, die notwendig sind, damit Browser eine Plattform für immer leistungsfähigere Web-Applikationen werden.

Vertreter aller großen Browser-Entwickler und Google waren sich bei einem Treffen darüber einig, dass der so genannte Browser-Krieg beendet ist. Bei dem Treffen nahmen Vertreter von Microsoft, Mozilla, Opera und Google teil. Es fand anlässlich der O´Reilly Web 2.0 Expo in San Francisco statt. Alle Browser-Hersteller wollen sich künftig darauf konzentrieren, ihren Browser zu einer besseren Entwicklungsplattform werden zu lassen.

Alle am Treffen beteiligten Parteien waren sich auch darüber einig, dass man künftig nicht mit immer neuen Features punkten will, sondern dass man die Kräfte eher darauf konzentrieren will, dafür zu sorgen, dass die Browser in den Punkten verbessert werden, die notwendig sind, damit in den Browsern neue Generationen von Internet-Applikationen laufen können. Allein das zu erreichen, und da waren sich ebenfalls alle Parteien einig, sei eine Herausforderung.

Charles McCathieNevile, Chief Standards Officer bei Opera Software, betonte, dass jetzt, nachdem das Web zu einer großen Plattform geworden sei, auch die Notwendigkeit bestehe, sich miteinander auszutauschen. Früher dagegen gab es Communities, die Dinge aufbauten und früher oder später aufeinandertrafen und aneinandergerieten. Das sei jetzt passe.

Für Google nahm Chris Wetherell an dem Treffen teil, der an der Entwicklung des Google Reader News Aggregator mitarbeitet. Er betonte, dass er Browser mag, weil er dort Probleme lösen kann, ohne lernen zu müssen, wie man eine Software installieren muss. Zu den größten Herausforderungen gehöre es allerdings das Problem zu lösen, dass viele Web-Applikationen problemlos auch parallel laufen können, wie es bei Desktop-Applikationen bereits der Fall ist.

Seitens der Mozilla Foundation war Brendan Eich bei dem Treffen anwesend, der zustimmte, dass noch Arbeit zu leisten sei, damit in Javascript entwickelte Applikationen besser laufen und nicht abstürzen können. So wie Javascript heutzutage genutzt werde, so Eich, sei es schwer, den Browser dafür zu optimieren. „Wenn eine Web-Applikation abstürzt, dann hat man ein großes Problem, denn das kann wie ein Sicherheitsleck ausgenutzt werden“, sagte Eich. Dem stimmte auch McCathieNevile zu, der hinzufügte, dass es im Gegensatz Applikationen, die unter Betriebssystemen laufen, keine echten Sicherheitsmodelle und Sicherheits-Infrastruktur für das Web gäbe.

Microsoft wurde durch Chris Wilson, Platform Architect für den Internet Explorer 7, bei dem Treffen vertreten. Wilson erläuterte, dass das Problem bei der Erstellung eines Sicherheitsmodells für das Web sei, dass es zwar Entwickler gäbe, die Anwendern einen leichten Weg bieten möchten, Inhalte zu übertragen, es aber auch andere Entwickler gibt, die Applikationen erstellen wollen, die einen restriktiveren Zugang bieten. Der Clou sei es, ein Sicherheitsmodell zu entwickeln, das auch wirklich für Milliarden von Anwendern geeignet ist. Viel Arbeit also – und das für alle Browser-Entwickler. Und sicherlich eine Arbeit, die besser miteinander, als gegeneinander geleistet werden kann.

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