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Microsoft-Kunden von Software Assurance genervt

10.07.2007 | 12:10 Uhr |

In einer Forrester-Studie gehen Anwender hart mit der Software Assurance von Microsoft ins Gericht: Das Lizenzmodell würde sich schlicht nicht lohnen.

Microsoft muss sich auf Gegenwind seiner Kunden einstellen, die ihre Lizenzen im Rahmen der Software Assurance (SA) erworben haben. Microsoft selbst bezeichnet die SA als "eine Art Wartungsangebot, welches über die Microsoft-Volumenlizenzprogramme verfügbar ist". Software Assurance unterstütze Kunden dabei, "den RoI (Return on Investment) des Unternehmens, der aus den Investitionen in die neueste Microsoft-Technologie resultiert, zu steigern". SA beinhaltet unter anderem Services und Tools wie Trainingsangebote, Support, zusätzliche Lizenz-Nutzungsvereinbarungen für zu Hause sowie einen direkten Zugang zu Upgrades, sobald sie verfügbar sind. Hier liegt das Problem: Da Microsoft neue Upgrades nach Einschätzung der Kunden zu langsam nachschiebt, rechnet sich die SA schlicht nicht.

Die Marktforscher von Forrester Research haben im Rahmen einer Untersuchung 63 Microsoft-Kunden befragt. Ein Viertel davon will seine Wartungsverträge nicht verlängern, ein weiteres Drittel hat sich noch nicht entschieden. Laut Forrester-Analystin Julie Giera sind mehr Kunden als jemals zuvor "extrem wütend" über die Software Assurance. Einige Kunden würden sich nach Alternativen zur SA umschauen, berichtet Giera, und: "Microsoft steht Ärger ins Haus." Die Schuld an der Entwicklung, die auch zu finanziellen Einbußen führen könnte, müsse der Softwarekonzern bei sich selbst suchen, so die Analystin. Mit dem Erscheinen von Windows Vista und Office 2007 zu Beginn des Jahres sowie Windows Server 2008 gegen Ende 2007 würde es kaum noch Gründe für Kunden geben, die SA zu verlängern.

Zudem wurde die lange Zeitspanne zwischen den Upgrades kritisiert. Dabei habe sich der Anbieter dazu verpflichtet, ein größeres Update alle vier Jahre (und kleinere Innovationen dazwischen) zu veröffentlichen. Der Schritt von XP auf Vista hat fünf Jahre gedauert. Einschließlich der Zeitspanne zwischen dem Erscheinen eines neuen Betriebssystems und einem Rollout (Forrester setzt hierfür sechs bis 18 Monate an) sei es für Unternehmen kaum zu schaffen, öfter als alle vier bis fünf Jahre ein Upgrade zu installieren.

Die Rechnung ist einfach: Unter der SA zahlen Kunden für drei Jahre 29 Prozent der Lizenzgebühren für Desktop-Software pro Jahr, bei Servern sind es 25 Prozent. Wird nun ein Desktop-Betriebssystem nur alle fünf Jahre aufgerüstet, lohnt es sich für Kunden eher, statt des "Abonnements" die regulären Lizenzgebühren zu bezahlen. Laut Forrester gaben 74 Prozent aller Kunden, die ihre SA nicht verlängern wollen, finanzielle Gründe für die Entscheidung an. Analystin Giera riet dem Konzern, die Leistungen der SA über Upgrades hinaus zu erweitern. Der Wert des Paketes müsse über die gesamte Laufzeit sichergestellt werden, und nicht nur dann, wenn Upgrades anstehen. Bei 86 Prozent der IT-Einkäufer, die im Rahmen der Untersuchung befragt wurden, läuft in diesem Jahr die SA aus. (ajf)

Der Artikel stammt von computerwoche.de .

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