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Microsoft: Keine Extra-Lizenz bei Multicore-CPUs

19.10.2004 | 13:53 Uhr |

Wieviel Lizenzgebühren fallen an, wenn eine CPU mehrere Prozessor-Kerne besitzt? Microsoft gibt sich bei dieser Frage kundenfreundlich.

Im Hinblick auf die umstrittene Software-Lizenzierung bei Multi-Core-Prozessoren und Multithreading betrachtet Microsoft diese Prozessoren als eine Einheit. Seine Lizenzgebühren wird Microsoft künftig anhand der Anzahl der CPU-Sockel berechnen, wie unsere Schwesterpublikation Tecchannel berichtet.

Dementsprechend werden Benutzer von Produkten wie etwa dem Microsoft SQL Server und Microsoft Biztalk Server, deren Lizenzen bislang anhand der CPU-Anzahl berechnet wurden, im Falle eines Umstieg auf Mehrkern-Prozessoren keine Erhöhung der Lizenzgebühren in Kauf nehmen müssen.

Ebenso werden die Lizenzgebühren für Produkte wie Windows Server 2003 und Exchange Server, bei denen eine so genannte "Unternehmenslizenz" erhoben wird, wenn sie auf Systemen mit mehr als vier Prozessoren zum Einsatz kommen, unverändert bleiben. Weitere Details über seine Lizenzgebühren-Politik gibt Microsoft hier auf seiner Web-Seite bekannt.

Derzeit gibt es noch keine einheitliche Lösung bezüglich der Software-Lizenzierung bei Multi-Core und Multithreading. Während die Chip-Hersteller AMD und Intel bei der Festlegung der Software-Lizenzgebühren Mehrkern-Prozessoren als eine Einheit zu betrachten, berechnen einige Unternehmen, darunter Oracle und IBM, ihre Lizenz anhand der Zahl der Prozessoren.

Strittig ist dabei auch die Einordnung von Hypertreading, da sich entsprechende Intel-CPUs dem System als zwei Prozessoren präsentieren. Lizenzbedingungen, die diese virtuellen CPUs als eine Einheit auffassen, werden demnächst von AMD torpediert: Deren "echte" Dualcore-CPUs sollen sich auch als ein Core mit Hyperthreading-Funktionalität tarnen können.

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