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Microsoft: Kein WinFS für Windows Vista

26.06.2006 | 13:52 Uhr |

Zunächst wurde WinFS aus Windows Vista herausgenommen und sollte laut Angaben von Microsoft später für Vista und auch XP nachgereicht werden. Jetzt hat Microsoft endgültig WinFS zu Grabe getragen.

Das neue und mit enormem Aufwand von Microsoft in den vergangenen Jahren entwickelte Dateissystem WinFS, ein aufgepepptes NTFS, wird nicht für Windows Vista erscheinen. Bereits im August 2004 hatten die Redmonder das ursprünglich von Bill Gates als eines der wichtigsten Features von Vista propagierte WinFS entfernt und bisher erklärt, es irgendwann nach Erscheinen von Vista nachreichen zu wollen. In einem Blog-Eintrag erklärt der für WinFS zuständige Entwickler Quentin Clark, dass Microsoft nicht mehr plane, WinFS als Zusatz für Windows veröffentlichen zu wollen.

Laut Angaben von Clark wolle Microsoft nach den neuen Plänen die wichtigsten Bestandteile von WinFS in ADO.NET und in SQL Server implementieren. Dadurch entfalle die Notwendigkeit für WinFS als separates Produkt. Der ersten Beta vom vergangenen Jahr soll noch eine zweite Betaversion folgen.

Mit WinFS wollte Microsoft ein Dateissystem in Windows integrieren, bei dem es keine Rolle mehr für das Betriebssystem spielt, wo etwas gespeichert ist. Die Inhalte sollten in WinFS wie in einer Datenbank so abgelegt werden, dass sie vom System schnell wieder gefunden und nach verschiedenen Kriterien sortiert angezeigt werden könnten. Diese Aufgabe übernimmt nun in Windows Vista notgedrungen die ohnehin schon integrierte Desktop-Suche.

Clark betont in seinem Blog-Eintrag, dass das WinFS-Projekt diverse "großartige" technische Innovationen hervorgebracht hätte. Diese würden über das hinausgehen, was hinter der Vision von WinFS stecke. Ob und wie letztendlich die Früchte der WinFS-Entwicklung auch in die Windows-Betriebssysteme einfließen, lässt Clark allerdings offen. Entsprechend kommentiert ein Anwender den Blog-Eintrag auch mit den Worten "WinFS ist tot!".

Noch vor einigen Wochen hatte sich Bill Gates zu WinFS für Windows bekannt. Entsprechend überraschend kommt jetzt die Ankündigung. Es wird spannend zu sehen, wie Microsoft den Anwendern Windows Vista schmackhaft machen wird. Die vielen Änderungen im Code und die dadurch mögliche erhöhte Sicherheit des Betriebssystems lassen sich nur schwerlich sexy verkaufen. Anwender wollen Neuerungen sehen, die über optische Spielereien hinausgehen. WinFS war ein solches Feature.

Jetzt offiziell: Longhorn kommt 2006 und ohne WinFS (PC-WELT Online, 28.08.2004)

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