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Microsoft-Fall kein Wettkampf gegen Gates

29.09.2000 | 15:38 Uhr |

Microsoft habe sich selbst das harte Urteil vom 7. Juni zuzuschreiben. Grund sei die Kompromisslosigkeit des Software-Giganten gewesen. Das erklärte nun der damals verhandelnde Richter Thomas Penfield Jackson bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit dem Gerichtsurteil. Richter Jackson erklärt auch detailliert seine Motive für das damals gefällte Urteil.

"Microsofts Kompromisslosigkeit hat meinen Richterspruch beeinflusst"; so der Bezirksrichter Thomas Penfield Jackson in seinem ersten offiziellen Statement, seit dem Ende des Gerichtsverfahrens am 7. Juni. Damals hatte Jackson im Kartellprozess entschieden, dass Microsoft in mehrere Einzelunternehmen zerschlagen werden müsse.

"Das strukturelle Heilmittel war niemals das Heilmittel meiner Wahl", betonte der Richter. Vielmehr habe ihn die unnachgiebige Haltung von Microsoft dazu bewogen, das harte Urteil zu fällen.

"Praktisch kann alles was ich gemacht werde, bei der Berufung verwundbar sein", so Richter Jackson, und weiter:"Ich wollte niemals ein Regulierer der Software-Industrie werden, oder der US-Regierung ermöglichen einer zu werden."

Microsoft hatte das Urteil von Jackson vehement kritisiert und dem Richter und das von ihm geführte Verfahren fachlich bemängelt. Das scheint den Richter hart getroffen zu haben.

"Ich habe diesen Fall niemals als einen Wettkampf zwischen mir und Herrn Gates begriffen", betonte der Richter. Ihm sei es auch wichtig, dass die Öffentlichkeit verstünde, welche Entscheidung er bei dem Fall Microsoft zu treffen hatte. Damals habe er lachen müssen, als er davon gehört hatte, dass Microsoft von der Regierung angeklagt worden war und er die Verhandlung zu führen habe. Sein erster Gedanke sei damals gewesen, dass er sich so was nicht antun wolle. (PC-WELT, 29.09.2000, pk)

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