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Microsoft: Echtheitsüberprüfung für XP bleibt freiwillig

03.07.2006 | 10:28 Uhr |

Die Windows-Echtheitsüberprüfung wird nicht zur Pflicht. Microsoft hat alle Gerüchte dementiert, nach denen ab September alle Windows-XP-Anwender verpflichtet werden, die Echtheitsüberprüfungstools zu installieren. Gleichzeitig betonte Microsoft erneut, dass bei Windows Vista neue Sicherheitsmaßnahmen greifen werden, die Raubkopierern das Leben schwerer machen sollen.

Microsoft hat alle Gerüchte dementiert, nach denen die Echtheitsüberprüfung (WGA) künftig für alle Windows-XP-Anwender zur Pflicht wird (wir berichteten). Anwender, die in Zukunft nicht das Antipiraterie-Tool WGA installieren, müssen keine Nachteile befürchten. Die von ihnen verwendete Windows-Version wird seitens Microsoft nicht unbrauchbar gemacht.

Laut Angaben der PR-Agentur von Microsoft, Waggener Edstrom, gegenüber unserem US-Nachrichtendienst IDG News, sei Microsoft-Antipiraterie-Technologie nicht in der Lage, einen PC mit illegalem Windows XP abzuschalten. Zugleich wurde angekündigt, dass mit Vista härtere Geschütze gegen Raubkopierer aufgefahren werden. Microsoft werde es den Anwendern schwieriger machen, eine Raubkopie zu nutzen. Eine Änderung wird beispielsweise sein, dass Unternehmen Windows Vista anders als bisher aktivieren werden müssen. Dadurch wollen die Redmonder verhindern, dass die für Unternehmen gedachten Vista-Versionen ins Internet gelangen und von Raubkopierern genutzt werden. Solche Unternehmensversionen waren bereits bei Windows XP die mit am häufigsten genutzte Raubkopiequelle.

Für Windows XP gilt weiterhin, dass die Echtheitsüberprüfung des Betriebssystems nur benötigt wird, wenn der Anwender von der Microsoft-Seite Extra-Downloads wie beispielsweise den Internet Explorer 7 oder Windows Media Player 11 herunterladen möchte. Sicherheitsrelevante Updates gibt es wie gewohnt ohne Echtheitsüberprüfung. Erst kürzlich hatte eine Microsoft-Sprecherin darauf hingewiesen, dass 80 Prozent aller Probleme, die Anwender mit WGA haben, darauf zurückzuführen sind, dass sie eine illegale Windows-Version nutzen - die mittels eines Produktschlüssels freigeschaltet wurde, der von einer Volumenlizenz-Windows stammt und ins Internet gestellt wurde.

Solche Volumen-Lizenz-Schlüssel werden als Achillesferse von Windows angesehen. Mittels eines Produktschlüssels lassen sich auf einen Schlag unzählige Windows-Versionen freischalten. Entsprechend viel Schaden richten die Produktschlüssel an, wenn sie ins Internet gelangen. Bei Windows Vista werden Unternehmen ein Tool installieren müssen, das überwacht, auf wie vielen Rechnern das Betriebssystem installiert wurde und für wie viele Versionen das Unternehmen bezahlt hat. Unternehmen begrüßen diese Neuerung, weil sich dadurch der Aufwand verringert, die Windows-Kopien zu verwalten. Microsoft betont außerdem, dass die vom Tool ermittelten Zahlen nicht bei den Redmondern landen, sondern innerhalb des jeweiligen Unternehmens verbleiben.

In den vergangenen Wochen hat vor allem WGA Notifications für Aufruhr in der IT-Gemeinde gesorgt. Nachdem herauskam, dass das Tool regelmäßig nach Hause telefoniert, musste Microsoft nachbessern. Ende letzter Woche wurde auch bekannt, dass ein US-Anwender eine Klage gegen Microsoft wegen WGA Notifications eingereicht hat ( wir berichteten ). Der Anwender wird von den Anwälten vertreten, die seinerzeit auch die Klage gegen Sonys Rootkit in Audio-CDs vertraten.

Tipp: Ein französischer Entwickler stellt mit RemoveWGA ein 10-KB-Tool zum Download bereit, das WGA Notifications vom Rechner entfernt ( wir berichteten ).

Werden XP-Raubkopien von Microsoft abgeschaltet? (PC-WELT Online, 30.06.2006)

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