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Microsoft, Apple & Co.: Unternehmen will klagen, weil seine Technologie ignoriert wird

14.05.2007 | 13:50 Uhr |

Das Unternehmen MRT will Microsoft, Apple, Realnetworks und Adobe wegen ihrer Media-Player verklagen. MRT verlangt die Nutzung der von ihm entwickelten Technologie, die vor illegaler Vervielfältigung urheberrechtlich geschützter Werke sorgen soll. Wenn die vier Unternehmen die Technologie nicht lizensieren wollen, dann will MRT vor Gericht ziehen.

Das in den USA mal häufig einfach so geklagt wird, ist nichts Neues. Auch in der vergangenen Woche erreichte Microsoft mal wieder die Androhung einer Klage. Und auch Apple, RealNetworks und Adobe erhielten diese Drohung.

Was ist passiert? Das Unternehmen Media Rights Technologies (MRT) wirft den Unternehmen vor, mit Windows Media Player, Vista, Real Player, Itunes & Co. Produkte auf den Markt zu bringen, die gegen das DMCA (Digital Millennium Copyright Act) verstoßen, weil sie unter bestimmten technischen Voraussetzungen die Erstellung von digitaler Kopien von urheberrechtlich geschützten Medien erlauben.

Wie es der Zufall will, hat MRT eine Technologie entwickelt, die das Erstellen von Kopien urheberrechtlich geschützter Inhalte unterbindet. Die Technologie – so betont das Unternehmen – habe sich als effektiv erwiesen. Und weil Microsoft & Co. die Technologie nicht einsetzen, verstoßen sie gegen das DMCA.

Gegenüber dem US-IT-Dienst Cnet erklärte der Chef von MRT, dass man den vier Unternehmen eine Unterlassungsanordnung zukommen habe lassen und ihnen 10 Tage gibt, um Gespräche mit MRT zu führen. Geschieht dies nicht, dann will MRT vor einem Gericht klagen und die Entfernung der Produkte der vier Unternehmen vom Markt verlangen.

Ein Sprecher von Realnetworks verneinte zwar, den Brief von MRT gesehen zu haben, bezeichnete das Vorgehen von MRT aber als eine neue Art und Weise der „Entwicklung eines Geschäfts“. Unterm Strich scheine es sich bei MRT eher um ein „verzweifeltes Unternehmen“ zu handeln, das versuche zu erreichen, dass seine Technologie lizensiert wird.

Von Rechtsexperten wird angezweifelt, dass MRT mit dem Versuch auf diese Art und Weise Lizenznehmer zu finden, erfolgreich sein wird. Der DMCA sei in diesem Fall zu „kreativ“ ausgelegt worden. Sollte MRT vor ein Gericht ziehen, dann könnte der Schuss leicht nach hinten gehen, denn das DMCA sieht auch vor, dass zu unrecht beklagte Unternehmen Schadensersatz fordern können.

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