137208

Microsoft: Allgemeiner Piraterie-Check gestartet

26.07.2005 | 11:46 Uhr |

Bei einigen Downloads von Microsoft mussten Anwender bereits eine Überprüfung ihrer Windows-Lizenz zulassen - nur bei Originalversionen wurde der Download dann gestartet. Jetzt ist dieser Piraterie-Check für nahezu alle Downloads Pflicht - zumindest laut der englischsprachigen Pressemitteilung.

Bereits seit September setzt Microsoft bei einigen Downloads das so genannte "Windows Genuine"-Programm ein. Damit wird vor einem Download überprüft, ob es sich bei der beim Anwender installierten Windows-Version um ein Original oder eine Raubkopie handelt. Jetzt wurde diese Überprüfung auf alle Downloads ausgeweitet, die über Windows Update, Microsoft Update für Windows oder das Microsoft Download Center durchgeführt werden.

Seit dem Start der Testphase wurden laut David Lazar, Direktor des Programms bei Microsoft, 48 Millionen Systeme auf freiwilliger Basis überprüft. Anwender, die feststellen, dass sie eine Raubkopie installiert haben, können laut Lazar entweder eine kostenlose oder eine vergünstigte Original-Windows-Version bestellen.

Um eine Gratis-Version zu erhalten, müssen betroffene Anwender einen "Raubkopie-Report" mit Angaben zum Verkäufer der Software ausfüllen, einen Kaufbeleg beilegen und zusammen mit der CD mit der Windows-Kopie einschicken. Anwender, die diese Informationen nicht haben, können den Report so weit es geht ausfüllen und erhalten die Windows XP Home Edition für 89 oder die Windows XP Professional Edition für 139 Euro.

Das Unternehmen geht davon aus, dass mehr als ein Drittel der installierten Microsoft-Produkte Raubkopien sind. Dabei beruft sich die Firma auf Datenmaterial der BSA und der Marktforscher von IDC. Demnach handelt es sich bei 35 Prozent aller weltweit im Einsatz befindlichen Software-Produkte um Raubkopien. Für Nordamerika wird die Piraterie-Quote auf 22 Prozent beziffert.

Der Piraterie-Check läuft Microsoft zufolge vollkommen anonym ab und besteht aus einer Active-X-Control, die auf dem PC installiert wird sowie dem Windows Product Activation Service auf Seite von Microsoft. Bereits seit längerem überprüft Windows Update das System auf Keys einiger Volumenlizenzen, von denen bekannt ist, dass sie für die Aktivierung von Windows-Kopien eingesetzt werden.

Ausgenommen von dem Check bleiben Sicherheits-Updates. Diese sollen laut Microsoft auch weiterhin ohne Überprüfung von jedem Anwender herunter geladen werden können. Lazar zu diesem Punkt: "Wir wollen sicher gehen, dass niemand, der im Internet unterwegs ist, auf Grund unseres (Genuine) Programms von einem anderen System infiziert wird."

Bislang kann von einer Aktivität des Checks allerdings nicht die Rede sein, alle Updates sind in Deutschland (bislang) auch weiterhin ohne Lizenz-Überprüfung verfügbar. Es ist aber damit zu rechnen, dass der Piraterie-Check sukzessive auf allen Update-Möglichkeiten scharf geschaltet wird.

0 Kommentare zu diesem Artikel
137208