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Messenger schnüffelt

22.06.2000 | 15:06 Uhr |

Das zum Austausch von Nachrichten zwischen Surfern entwickelte Messenger-Programm Odigo bietet einen ganz besonderen Service, der sich für die Surfer jedoch als Eigentor erweist: Odigo stellt eine Sammlung der beliebtesten Websites bereit. Dazu überträgt das Programm die von Odigo-Nutzern angesprungenen Adressen an den Hersteller und wertet sie dort aus.

Wer als neuer Nutzer im WWW nach interessanten Seiten sucht, findet im Odigo-Messenger ein Programm, das die beliebtesten Websites anderer Odigo-Nutzer darstellt. Allerdings zahlt der Anwender dafür einen Preis: Während des Surfens werden auch die von ihm besuchten Webseiten an Odigo übermittelt und dort ausgewertet. In recht kurzer Zeit lassen sich so die Surfgewohnheiten jedes Teilnehmers erfassen. Die so gewonnenen Informationen können dann beispielsweise für Werbezwecke (miss)braucht werden.

Das mehrseitige "Odigo User Agreement" weist bei der Installation der Software in Punkt 12 der - auch in der deutschen Version der Software - nur auf englisch enthaltenen Lizenzbestimmungen darauf hin, dass Odigo persönliche Informationen oder benutzerbezogene Informationen auch an Dritte weitergeben darf. Im Text heißt es:

"... Odigo may [...] make personally identifiable information or other user-related information available to our employees and to third parties."

Ob man jedoch bereit ist, für den zusätzlichen Service seine Privatsphäre offen zu legen, muss jeder für sich selber entscheiden.

Wer sich daran stört anderen Informationen über seine Vorlieben beim Besuch von Websites zu übermitteln, sollte lieber auf andere Messenger, wie beispielsweise ICQ, zurückgreifen. (PC-WELT, 22.06.2000, sw)

Download-Infos zu ICQ

Download-Infos zu Odigo 2.5

Datenspionage mit einfachsten Mitteln: Mail-Maulwürfe

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Spioniert Diskeeper Anwender aus? (PC-WELT Online, 07.06.2000)

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