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Mercedes-Benz stellt V-Klasse als neuen VW-Bus-Konkurrenten vor

31.01.2014 | 16:38 Uhr |

Angriff auf den T5 von Volkswagen: Mercedes-Benz hat die neue V-Klasse vorgestellt. Der neue Kleinbus ersetzt den bisherigen Viano, der sich nie gegen den Multivan von VW durchsetzen konnte. Er besitzt eine Fülle und Fahrsicherheits-Assistenten und ein modernes Infotainmentsystem samt Großbildschirm, wie man es aus der neuen C-Klasse kennt.

Mit der neuen Mercedes-Benz V-Klasse bekommen Großfamilien, Freizeit-Sportler, Taxi-Unternehmen und sonstige Fahr-Dienstleister sowie alle Menschen, die lieber einen Klein-Bus als eine Limousine steuern, eine attraktive Alternative zum bisherigen Platzhirschen T5 von Volkswagen. Anders als der mittlerweile technisch vollkommen antiquierte VW-Bus kann die neue V-Klasse mit einer Fülle von Sicherheits-Assistenten und einem modernen Infotainmentsystem aufwarten.
 
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Sicherheits-Assistenten
  
Die V-Klasse besitzt serienmäßig einen Seitenwind-Assistenten und den Aufmerksamkeits-Assistent Attention Assist. Auch Spurhalte-Assistenten, Tot-Winkelassistent, Verkehrszeichenerkennung, ACC alias DISTRONIC Plus, Pre-Safe und ein intelligentes Lichtsystem (Kurvenlicht, Abbiegelicht, Fernlichtassistent) sind im Angebot, ebenso wie eine 360-Grad-Kamera und aktive Parkassistenzsysteme. Ein Head-Up-Display für die Windschutzscheibe, wie es Mercedes-Benz erstmals in der neuen C-Klasse einführt und Erzrivale BMW schon länger im Angebot hat, gibt es für die neue V-Klasse jedoch nicht.

Die neue V-Klasse Bild für Bild :

 
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Infotainment
 
Wie schon die neue C-Klasse besitzt auch die V-Klasse einen großen alleinstehenden Bildschirm in der Mitte des Armaturenbretts. Serienmäßig ist Audio 20 USB mit frei stehendem 7-Zoll-Zentraldisplay eingebaut. Gegen Aufpreis gibt es Comand Online mit einem 8,4-Zoll-Zentraldisplay. In beiden Fällen handelt es sich nicht um einen Touchscreen – für die Bedienung aller Telematik-Funktionen des Infotainmentsystems Comand Online ist stattdessen ein Touchpad etwas unterhalb des Monitors auf der Mittelkonsole zuständig. Gorden Wagener, Chef-Designer von Mercedes-Benz, hält Touchscreens im Auto nämlich für unergonomisch, wie Wagener uns in einem Gespräch auf der CES in Las Vegas erklärte. 
 
Comand Online von Mercedes-Benz im Praxistest
 
Weil der Fahrer mit seinem ausgestreckten Arm ein viel zu weit entferntes Ziel auf dem Bildschirm treffen muss. Mit dem Touchpad dagegen könne der Fahrer viel exakter arbeiten. Mit dem Touchpad in der neuen C- und V-Klasse seien zudem viel mehr Funktionen möglich als beispielsweise mit den Touchpads von Audi Connect und BMW ConnectedDrive.

Video: Mercedes Comand Online im Test

 
Innenraum
 
Die V-Klasse bietet vielseitige Möglichkeiten zur Sitzkonfigurationen im Fond, wie zum Beispiel mit Einzelsitzen oder mit Zweier- und Dreiersitzbänken. Zum komfortablen Ein- und Ausladen gibt es eine separat zu öffnende Heckscheibe – so etwas bietet der T5 nicht. Diese lässt sich unabhängig von der Heckklappe öffnen und schließen und ermöglicht dadurch den Zugriff auf eine zweite Ladeebene.

Neue C-Klasse von Mercedes-Benz - alle Details und Foto-Galerie

Maximal acht Personen finden in der V-Klasse Platz – das entspricht den Sitzplätzen im direkten Konkurrenten T5 Multivan (dessen Transportervariante stellt auch neun Plätze zur Verfügung, sofern man anstelle des Beifahrersitzes eine Doppelsitzbank ordert).

Es gibt zwei Ausstattungslinien: V-Klasse und V-Klasse Avantgarde, je ein Sport-Paket Exterieur und ein Design-Paket Interieur, zwei Radstände und drei Fahr­zeuglängen von 4.895 bis 5.370 Millimetern.

Motor und Getriebe
 
Zur Markteinführung startet die neue V-Klasse mit einem Turbodiesel in drei Leistungsstufen. Der 2,1-Liter-Vierzylinder mit Common-Rail-Direkteinspritzung ist mit 100 kW (136 PS), 120 kW (163 PS) und 140 kW (190 PS - V 250 BlueTEC) erhältlich. Das intern als OM 651 bezeichnete Aggregat kommt auch in fast allen Pkw-Modellen der Marke von der A- bis zur S-Klasse zum Einsatz. Für den Einsatz in der V-Klasse habe die Mercedes-Ingenieure es weiterentwickelt. Vor allem in Sachen Kraftstoffverbrauch: So soll das das Spitzenmodell V 250 BlueTEC Drehmomentverlauf und Leistungsentfaltung des bisherigen 3-Liter-V6-Turbodiesels bieten, aber bis zu 28 Prozent weniger Kraftstoff verbrauchen: 6,0 Litern Diesel pro 100 Kilometer . Zudem erfüllt es dank BlueTEC die Euro-6-Abgasnorm.

Das bedeutet aber auch, dass für die V-Klasse (zumindest vorerst) kein 6-Zylindermotor mehr zur Verfügung steht. Das dürfte viele Fans der Großraum-Limousine enttäuschen, vor allem der 6-Zylinder wird von vielen VW- und Mercedes-Benz-Bus-Fahrern als das einzige Plus des Viano gegenüber dem T5 bezeichnet. Auf unsere Nachfrage hin wollte Albrecht Eckl, Global Product Communications Mercedes-Benz Vans der Daimler AG, jedoch nicht gänzlich ausschließen, dass noch größere/andere Motoren für die V-Klasse folgen könnten.
 
Optional zur serienmäßigen 6-Gang-Handschaltung gibt es für die 136- und 163-PS-Motoren das Automatikgetriebe 7G-TRONIC PLUS (beim 190-PS starken V 250 BlueTEC gehört die Automatik zur Serienausstattung). Die neue 9-Gang-Automatik ist dagegen nicht für die V-Klasse verfügbar. Aus gutem Grund: Denn eine V-Klasse wird nun einmal nicht so schnell wie eine Mercedes-Benz-Limousine über die Autobahn gejagt. Somit fehlen bei einer V-Klasse die hohen Endgeschwindigkeiten, die ein 9-stufiges Getriebe erst sinnvoll machen.

Hochwertiges Innenleben: Auf Wunsch steht erstmals in dieser Klasse ein Cockpit-Oberteil in Lederoptik mit aufwendig gearbeiteter Ziernaht zur Verfügung.
Vergrößern Hochwertiges Innenleben: Auf Wunsch steht erstmals in dieser Klasse ein Cockpit-Oberteil in Lederoptik mit aufwendig gearbeiteter Ziernaht zur Verfügung.
© Daimler

 
Die V-Klasse ersetzt den Viano

Unter den Großraum-Vans beziehungsweise Kleinbussen ist der Viano (dessen Transporterableger Vito heißt) der ewige Zweite hinter dem T5, den Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) als Multivan beziehungsweise Caravelle verkauft (für den gewerblichen Einsatz gibt es außerdem den T5 Transporter). Vor allem die ersten Jahrgänge des Viano nervten ihre Besitzer durch erhebliche Mängel bei Technik und Rostvorsorge, zuletzt zeigte die Qualitätsstatistik laut Dekra aber leicht nach oben.
 
Mercedes-Benz hat also auf die Erfolglosigkeit seines Kleinbusses reagiert und den Viano komplett überarbeitet und auch dessen Bezeichnung geändert. Als V-Klasse solle er demnächst dem T5 Käufer abspenstig machen. Die Umbenennung von Viano ausgerechnet in V-Klasse ist allerdings mutig. Denn die V-Klasse gab es schon einmal - sie war der Vorgänger des Viano. Und krankte fast während ihres gesamten Produktionszeitraums unter erheblichen Mängeln.

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Für Kunden von Volkswagen Nutzfahrzeuge ist das ambitionierte Auftreten der V-Klasse aber eine gute Nachricht. Denn endlich gibt es einen ernstzunehmenden Konkurrenten für den VW Bus. Aufgrund der schwachen Konkurrenz kann VW beim T5 schalten und walten, wie es will, der vielfach als schlecht empfundene Service von VWN und den VW-Werkstätten und die seit längerem stagnierende Weiterentwicklung des T5 ist oft Gegenstand von langen Diskussionen in den einschlägigen Internetforen.

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Preis und Verkaufsstart

Die neue V-Klasse gibt es in Deutschland ab 42.900 Euro brutto zuzüglich Mehrwertsteuer bei jedem Mercedes-Händler. Sie kann ab 6. März 2014 bestellt werden. Zum Marktstart Ende Mai 2014 wird die neue V-Klasse in der langen Version mit 5.140 Millimetern Länge, 3.200 Millimetern Radstand und verlängertem Überhang erhältlich sein. Die kom­pakte und die extralange Variante folgen zu einem späteren Zeitpunkt.

Produziert wird die neue V-Klasse im spanischen Mercedes-Benz Werk in Vitoria.

Die Heckscheibe lässt sich separat öffnen - hier muss der VW-Bus passen. Dies erleichtert das Be- und Entladen: Zum einen entsteht eine zweite Ladeebene. Zum anderen kann kann vor allem in engen Parklücken auf das Öffnen der großen Heckklappe verzichtet werden. Die entsprechende Laderaumunterteilung ist bis zu 50 Kilogramm belastbar und verfügt über zwei Vertiefungen, in denen sich jeweils ein herausnehmbarer zusammenklappbarer Einkaufskorb befindet. In der V-Klasse Avantgarde gehört die separat zu öffnende Heckscheibe zur Serienausstattung.
Vergrößern Die Heckscheibe lässt sich separat öffnen - hier muss der VW-Bus passen. Dies erleichtert das Be- und Entladen: Zum einen entsteht eine zweite Ladeebene. Zum anderen kann kann vor allem in engen Parklücken auf das Öffnen der großen Heckklappe verzichtet werden. Die entsprechende Laderaumunterteilung ist bis zu 50 Kilogramm belastbar und verfügt über zwei Vertiefungen, in denen sich jeweils ein herausnehmbarer zusammenklappbarer Einkaufskorb befindet. In der V-Klasse Avantgarde gehört die separat zu öffnende Heckscheibe zur Serienausstattung.
© Daimler
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