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Mercedes-Benz-PKWs warnen sich gegenseitig

17.06.2013 | 12:58 Uhr |

Mercedes-Benz führt bis Ende 2013 die Car-to-X-Technologie bei seinen Fahrzeugen ein. Damit können sich PKWs gegenseitig vor Unfällen oder Staus warnen. Die Nachrüstung in älteren Fahrzeugen soll möglich sein.

Mercedes-Benz bringt im Rahmen seiner „Intelligent Drive“-Strategie die Car-to-X-Technologie in seine Fahrzeuge. Mit Car-to-X können Informationen zwischen Fahrzeugen untereinander sowie zwischen Fahrzeugen und der Verkehrsinfrastruktur ausgetauscht werden. Damit sollen sich Fahrzeuge vor potentielle Gefahren im Straßenverkehr frühzeitig warnen können und kritische Situationen so gar nicht erst entstehen.
 
Die Car-to-X-Technologie erweitert die bisherige Fahrzeugsensorik, wie beispielsweise Radar- oder Kamerasysteme. Sie ermöglicht sozusagen einen Blick um die Ecke oder durch Hindernisse hindurch und trägt dazu bei, einen blinden Fleck der bisherigen Sensorik abzubauen. In dieser Erweiterung des Horizonts der Telematik liegt das große Potential der Technologie: Die Car-to-X-Kommunikation könnte die Basis für eine neue Generation von Fahrerassistenzsystemen werden.

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Neben der Erhöhung von Sicherheit und Komfort kann die Car-to-X-Technologie auch zu einer effizienteren Mobilität beitragen, indem hochgenaue Verkehrslageinformationen der Car-to-X Kommunikation beispielsweise zur Verbesserung des Verkehrsflusses durch eine bedarfsgerechte Steuerung von Lichtsignalanlagen genutzt werden, wie Mercedes-Benz erklärt.

Car-to-X Technologie
Vergrößern Car-to-X Technologie
© Mercedes

Start der Car-to-X Technologie noch in diesem Jahr
 
Noch 2013 bringt Mercedes-Benz die Car-to-X Technologie auf die Straße. Im ersten Schritt wird dazu das Drive Kit Plus genutzt, das in Kombination mit einem Smartphone und der von Mercedes-Benz entwickelten Digital DriveStyle-App das Fahrzeug gleichzeitig zum Sender und Empfänger von Informationen macht.
 
Daimler nutzt diesen mobilfunkbasierten Ansatz, da er die schnellste Verbreitung für Car-to-X verspricht und damit die schnellstmögliche Erschließung des Sicherheitspotentials der Car-to-X Technologie ermöglicht. Daimler ist aber auch an der Weiterentwicklung der Car-to-X-Technologie beteiligt und kann seine Systeme im Sinne eines hybriden Ansatzes auch in Richtung der so genannten ad-hoc-Kommunikation zwischen Fahrzeugen erweitern.
 
Das Drive Kit Plus kann sowohl für Neufahrzeuge bestellt werden, wie auch als Nachrüstlösung in Bestandsfahrzeuge verbaut werden. Damit ist die Car-to-X Technologie-unabhängig von der Markteinführung eines neuen Modells und wird den Kunden ab Ende des Jahres flächendeckend in fast allen Mercedes-Benz-Fahrzeugen angeboten.

© Mercedes

So funktioniert die Car-to-X Technologie im Fahrzeug

Wenn es in der Umgebung des Fahrzeugs Warnmeldungen wie beispielsweise ein Einsatzfahrzeug mit Signalfahrt oder ein Pannenfahrzeug gibt, wird der Fahrer rechtzeitig vorher gewarnt und die Gefahrenstelle auf der Karte markiert. Damit hat er die Möglichkeit, seine Fahrweise und Geschwindigkeit so anzupassen, dass eine gefährliche Situation gar nicht erst entsteht. Auch kann der Fahrer dank der Car-to-X-Technologie frühzeitig vor Geisterfahrern oder gefährlichen Witterungsbedingungen gewarnt werden.
 
Neben dem Empfangen von Gefahrenmeldungen kann jedes Fahrzeug, das mit Car-to-X-Technologie ausgestattet ist, auch Gefahrenhinweise an andere Verkehrsteilnehmer senden und damit zu einer Erhöhung der Sicherheit im Straßenverkehr beitragen. Viele dieser Gefahren können Mercedes-Benz Pkw aufgrund der nahtlosen Integration des Car-to-X-Systems in die Fahrzeugsysteme automatisch erkennen, ohne dass es einer Aktivität des Fahrers bedarf. Für Gefahren, die nicht oder noch nicht automatisch detektierbar sind, wurde eine manuelle Meldemöglichkeit geschaffen. Per Knopfdruck lassen sich Liegenbleiber oder Tiere auf der Fahrbahn, Geisterfahrer oder verlorene Ladung in die Mercedes-Cloud melden. Diese sendet dann eine Warnmeldung an alle mit Car-to-X-Technologie ausgestatteten Fahrzeuge in der Nähe der Gefahrenstelle aus.
 
Bei der Entwicklung des Systems wurde laut Mercedes darauf geachtet, dass der Fahrer so wenig wie möglich vom Verkehrsgeschehen abgelenkt wird. Die Car-to-X-Technologie arbeitet im Hintergrund und informiert den Fahrer in sicherheitsrelevanten Situationen.
 
In Zukunft soll die Car-to-X-Technologie voll in das System der Fahrzeuge integriert werden. Da der Nutzen von Car-to-X-Systemen mit jedem weiteren Teilnehmer steigt, wird der Austausch von Daten, zum Beispiel zu gemeldeten Gefahrenstellen, mit anderen Fahrzeugherstellern angestrebt. Wünschenswert wäre es laut Mercedes auch, dass Baustellenwarnanhänger auf Autobahnen oder Einsatzfahrzeuge von Polizei und Rettungskräften möglichst schnell und flächendeckend mit Car-to-X-Technologie ausgestattet werden. 

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