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Mengenpreise oft Mogelpackungen

04.07.2000 | 12:24 Uhr |

Mengenrabatte, die durch den Zusammenschluss mehrere Kaufinteressenten zustande kommen, sind nicht immer so günstig, wie man annehmen könnte. Manchmal liegen die Mengenpreise sogar über den regulären Preisen.

Dass sich durch Gemeinschaftskäufe im Internet - etwa bei der Shopping-Plattform Letsbuyit.com - Geld sparen lässt, ist bekannt. Das Prinzip des "CoShopping" ist einfach: Je mehr Käufer sich zusammen schließen, desto billiger wird das jeweilige Produkt. Allerdings verleiten solche Angebote häufig zum vorschnellen Kauf. Nicht selten erweist sich das vermeintliche Schnäppchen als völlig überteuerte Mogelpackung.

Zu diesem Ergebnis kommt das Verbrauchermagazin Spartipps.Com, das seine Leser aufgerufen hatte, nach günstigen Alternativen zu den Mengenpreisen zu suchen. Und die fanden sie zuhauf. So lag der Mengenpreis eines digitalen Camcorders mehr als 300 Mark über dem regulären Preis, den ein Einzelhändler für das Gerät verlangte.

Auch bei PCs wurde Mengenpreis nicht selten unterboten. Selbst unter Berücksichtigung der oft hohen Versandkosten der Discounter war kaum ein Vorteil bei den Einkaufsplattformen zu erkennen. Bei mehr als 60 Angeboten lag der Preisvorteil unterhalb der Portokosten.

Fazit: Wer sich für einen Mengenrabatt interessiert, sollte die Preise kritisch mit den marktüblichen Konditionen vergleichen.

Für Letsbuyit.com dürfte die Untersuchung ungelegen kommen, da die Firma gerade an die Börse geht: Noch bis zum 10. Juli 2000 kann man Aktien zeichnen, die Preisspanne liegt bei 6 bis 7 Euro. Die Erstnotiz am Neuen Markt der Frankfurter Börse ist für den 12. Juli geplant. (PC-WELT, 04.07.2000, sp/ kk)

Beispiele für überhöhte Mengenpreise

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