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Infineon hofft nach BenQ-Mobile-Pleite auf LG und Samsung

30.10.2006 | 10:25 Uhr |

Der Chiphersteller Infineon Technologies versucht die Lücke durch die Pleite von BenQ Mobile mit Geschäften mit anderen Handy-Herstellern zu füllen.

"Unsere neuen Kunden LG und Samsung werden sich in den nächsten Monaten mit höheren Umsätzen bemerkbar machen", sagte Infineon-Chef Wolfgang Ziebart der "Süddeutschen Zeitung" (Montagausgabe). Mit mehreren weiteren Abnehmern sei man in sehr fortgeschrittenen Gesprächen. Namen dürfe er aber noch nicht nennen.

Infineon hatte vor einigen Tagen angekündigt, dass wegen des Wegfalls der BenQ-Aufträge 400 Arbeitsplätze abgebaut werden sollen, davon 200 in Deutschland, tecCHANNEL berichtete . Die Belastung durch die BenQ-Mobile-Pleite liege bei 80 Millionen Euro, im kommenden Jahr würden 150 Millionen Euro Umsatz fehlen und die Handychip-Sparte werde die Gewinnzone später als geplant erst zum Ende des Kalenderjahres 2007 erreichen, hatte es geheißen. Ziebart gab auf Anfrage keine Garantie für den Verbleib des Handychip-Bereichs im Infineon-Konzern. "Genauso wenig wie wir Arbeitsplatzgarantien geben, werden wir einen Bestandschutz für eine Sparte aussprechen können. Das kann sich heute kein Unternehmen mehr leisten", sagte er.

Zugleich warnte Ziebart vor zunehmendem Druck auf europäische Standorte. "Die Chipindustrie wandert nach Asien", betonte er. Derzeit würden in Asien 35 Chipfabriken gebaut, in den USA drei und Europa nur zwei. Weil die Produkte klein und leicht seien, spielten Transportkosten keine Rolle. "Entscheidend sind Rahmenbedingungen und Lohnkosten, denn die machen 25 Prozent der Gesamtkosten aus. Beides spricht derzeit für Asien." Bei Infineon werde sich die regionale Struktur verschieben, weil der Konzern stärker Personal in Asien aufbauen werde. "Wenn aber die Rahmenbedingungen stimmen, wird es auch möglich sein, in Deutschland den Bestand an Stellen zu halten." (dpa/mje)

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