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ARM stellt A9-Cortex-Prozessoren vor

16.06.2009 | 12:33 Uhr |

ARM hat mit der Cortex-A9-Reihe eine neue Generation von Doppelkernprozessoren angekündigt. Smartphones und andere mobile Endgeräte sollen so schon nächstes Jahr mit Mikroprozessoren mit mehr als einem Rechenkern ausgerüstet werden.

Laut Angaben des Herstellers wird der Cortex A9 mit zwei bis vier Rechenkernen bestückt sein. Die mit einer Strukturbreite von 45 Nanometern noch kompakter ausgefallenen Chips sollen bei Taktfrequenzen im Zwei-Ghz-Bereich wesentlich energieeffizienter arbeiten. "A9-Cortex-Prozessoren sind nicht nur für Smartphones einsetzbar, sondern können in unterschiedlichsten Konfigurationen implementiert werden. In Kombination mit Komponenten wie etwa dem Grafikprozessor OMAP4 von Texas Instruments, der eigens für die A9-Cortex-Generation ausgelegt worden ist, ist ein Einbau in Netbooks durchaus denkbar", sagt John Goodacre, Director of Program Management von ARM.

Nur wenn die Leistungskapazitäten des neuartigen Doppelkernprozessors voll ausgereizt werden, würde sich der Stromverbrauch um etwa 20 Prozent erhöhen. Bei normalem Betrieb werde hingegen weniger Strom benötigt, was zu einer Erhöhung der Akkulaufzeiten führe, heißt es bei ARM. Die sogenannte Superscalar-Architektur ermöglicht eine Ausführung von nicht voneinander abhängigen Befehlen außerhalb der Programmreihenfolge. Der Cortex A9 soll aufgrund der so optimierten Auslastung der Pipelines doppelt so schnell sein als das Vorgängermodell Cortex A8, der etwa im Palm Pre zum Einsatz kommt. Trotz der durch immer komplexer werdende Smartphone-Applikationen nötigen Performance-Steigerungen bestehen Hersteller von mobilen Endgeräten darauf, dass Mikroprozessoren nicht mehr als 300 Milliwatt (mW) Leistung aufnehmen. Intels Atom-Prozessor, der häufig in Netbooks zum Einsatz kommt, käme im Vergleich dazu mit 2.000 mW nicht in Frage. Intel arbeitet jedoch daran, seine Prozessoren für den Einsatz in mobilen Endgeräten in puncto Energieverbrauch fit zu machen.

Neben zahlreichen neuen Features hat ARM sowohl den L1- als auch den L2-Cache-Speicher in Form einer weiter verringerten Latenzzeit optimiert. Die Thumb-2-Technologie sorgt auf dem Wege der Code-Optimierung zudem für eine 30-prozentige Reduktion des zur Sicherung von Befehlen benötigten Speichers. Laut Marktforschungsinstitut Semicast Research wird ARM im Bereich von 32-bit-Microcontroller-Architekturen 2011 der führende Anbieter sein. Die Umsätze des britischen Prozessorenfabrikanten sollen sich bis 2013 auf 2,8 Mrd. Dollar erhöhen. "Durch die Platzierung der Cortex-A9-Prozessoren erwarten wir eine deutliche Bewegung auf dem Chip-Markt. Im Falle einer Hochleistungsimplementierung ist ein Cortex-A9-Prozessor sogar in der Lage, die Rechenleistung eines großen Anteils von Intel- und AMD-Prozessoren zu übertreffen. Skalierbarkeit und geringer Energieverbrauch ermöglichen jedoch weiterhin den Einbau in mobile Endgeräte wie Smartphones", so Goodacre abschließend. (pte)

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