11464

Mehr als ungewöhnlich: RIM bringt Blackberry ohne E-Mail Dienst

Der kanadische Anbieter RIM will im Herbst ein Gerät auf den Markt bringen, bei dem die E-Mail-Funktion überraschenderweise stillgelegt wird.

Man stelle sich Microsoft ohne Windows vor. Ähnlich abwegig erscheint die Überlegung, RIM wolle sich von seinem Push E-Mail Dienst verabschieden. Ganz so dramatisch ist es dann zwar doch nicht, aber es dürfte dennoch viele überraschen, dass der kanadische Anbieter im Herbst ein Gerät auf den Markt bringen will, bei dem die E-Mail-Funktion stillgelegt wird. Mit diesem Schritt will RIM, das seinen Erfolg maßgeblich dem Push E-Mail Dienst und den Blackberry-Geräten zu verdanken hat, einen schon vor längerer Zeit angekündigten Wandel vollziehen und eine neue Unternehmensstrategie einschlagen: Weg vom reinen E-Mail Dienstanbieter, hin zur Plattform für mobile Unternehmensanwendungen.

Als Zielgruppe werden dabei all jene anvisiert, die einen mobilen Onlinezugang zu vertraulichen Daten oder Unternehmenssoftware benötigen, aber nicht unbedingt einen kostenintensiven E-Mail-Anschluss. Die Einrichtung des Dienstes schlägt bei einem Nutzer im Durchschnitt mit 50 bis 200 Dollar zu Buche, die laufenden Kosten können bis zu 300 Dollar pro Jahr betragen. Insbesondere Außendienstler, Ingenieure, medizinisches Personal oder Forscher werden hier als interessante Kundengruppen genannt. Obwohl der Chief Operating Officer (COO) von RIM, Donald Morrison, davon überzeugt ist, dass das Potenzial für den Blackberry ohne E-Mail sehr groß ist, sind Marktanalysten eher skeptisch. Tatsächlich erscheint es etwas fragwürdig, warum man ausgerechnet auf so etwas Wesentliches wie E-Mail verzichten will.

powered by AreaMobile

0 Kommentare zu diesem Artikel
11464