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Web 2.0 lockt Unternehmen mit Produktivitätssteigerung

18.07.2008 | 13:30 Uhr |

Laut einer aktuellen BITKOM-Studie wollen die Unternehmen zumindest künftig ihre Aktivitäten rund um Blogs, Wikis und soziale Netzwerke ausbauen.

Rund die Hälfte der Firmen nutzt bereits Web-2.0-Technologien, 60 Prozent wollen dies in Zukunft verstärken. "Diese Betriebe können damit die vorhandenen Informationen besser erschließen als zuvor", erklärt Christian Hallerberg, Pressesprecher Public Sector & Neue Märkte beim BITKOM , auf Nachfrage von pressetext. Obwohl 80 Prozent der Unternehmen im Zuge der Untersuchung sagten, dass sie der Meinung sind, die Bedeutung von sozialen Netzwerken und Blogs werde weiter zunehmen, wird das Potenzial derzeit noch nicht entsprechend ausgeschöpft. Dies zeigte zuletzt eine Studie von Gartner, wonach der Trend zu Social Networks von Firmen bislang weitgehend unbeachtet blieb.

Anders als etwa Gartner-Forscher Jeffrey Mann sieht der BITKOM aber bereits einen erfolgreichen Eintritt der Unternehmen in das Zeitalter Web 2.0. "Die ursprünglich im privaten Bereich eingesetzten neuen Technologien wie Blogs haben den Sprung in die Firmen geschafft - in aller Regel verläuft der Weg in die andere Richtung", meint BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer. Dass Weblogs, soziale Netzwerke und Wikis die Produktivität der Unternehmen erhöhen, darüber wiederum sind sich die Branchenkenner einig. Im Kern gehe es darum, den Austausch von Wissen in einer Organisation zu erleichtern und die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern zu verbessern. "In Unternehmen oder Verwaltungen mit Tausenden Mitarbeitern ist das von unschätzbarem Wert", so Hallerberg.

Durch die Web-2.0-Instrumente könnten zum Beispiel aufwendige Suchprozesse vermieden werden, weil Informationen strukturiert vorliegen. "Außerdem können sie einen persönlicheren Kontakt zu Kollegen schaffen - vor allem in großen Unternehmen oder in Firmen mit mehreren Standorten", ergänzt Hallerberg. Am stärksten werden der BITKOM-Erhebung zufolge derzeit sogenannte Wikis genutzt. Mitarbeiter, Partner oder Kunden können online Inhalte verfolgen und sie weiterentwickeln. Blogs wiederum bieten die Möglichkeit, Arbeitsvorgänge transparenter zu gestalten und zu dokumentieren. Im Prinzip ist bei allen Anwendungen Selbstorganisation gefragt.

Zwei Drittel der befragten Firmen, die bereits Web 2.0 einsetzen, haben auch positive Erfahrungen damit zu vermelden. Die Unternehmen können Informationen schneller recherchieren und besser auf Markttrends reagieren. Außerdem würden sich die Mitarbeiter aktiv mit der Unternehmens-IT auseinandersetzen, so ein weiteres Studienergebnis. Deutlich wird aber auch, was im Zweifelsfall gegen den Einsatz von Social Networks, Blogs und Wikis spricht. So ist manchen Firmen schlichtweg der Nutzen unklar und es werden Sicherheitsrisiken befürchtet. "Grundsätzlich eignen sich Web-2.0-Angebote für alle Unternehmen. Also überall dort, wo Informationen zwischen Menschen ausgetauscht werden müssen", meint Hallerberg. Natürlich werde der Einsatz sinnvoller, je mehr Menschen in einer Firma mit dem Computer arbeiteten. (pte)

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