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Mehr Angriffe auf Instant Messenger und P2P

12.04.2006 | 16:33 Uhr |

Im Laufe der letzten zwölf Monate gab es eine Steigerung der Messenger-Angriffe um 700 Prozent.

Instant Messenger erfreuen sich großer Beliebtheit, auch in Unternehmen, weil sie eine sehr spontane Kommunikation ermöglichen. Zugleich stellen sie jedoch auch ein Sicherheitsrisiko dar, da sie Zielscheibe und Verbreitungsmedium für Malware sind. Das Sicherheitsunternehmen Face Time stellt in einem Vergleich zu 2005 fest, dass die Angriffe über Instant Messenger, P2P-Netze und Chats stark zugenommen haben.

In einem Bericht über das erste Quartal 2006 hebt Face Time einen Anstieg der beobachteten Vorfälle mit Malware um mehr als 700 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2005 hervor. Zugleich stellt der Bericht heraus, dass diese Zunahme bereits im Laufe des Vorjahres erfolgt ist, während die Zahlen seit dem vierten Quartal 2005 eher konstant geblieben sind. Als Hauptzielscheibe von Angriffen wurde MSN durch AOL (AIM, ICQ) abgelöst.

Diese Beobachtung betrifft jedoch nur die Verbreitung von Malware über Instant Messenger. Bei P2P-Netzwerken (Tauschbörsen, file-sharing) zeigt der Trend weiter nach oben. Bereits im Zeitraum Januar bis März 2006 wurden mehr Vorfälle mit Malware in P2P-Netzen beobachtet als im gesamten Jahr 2005. Weit mehr noch als Instant Messenger und P2P wird jedoch IRC (Internet Relay Chat) zur Verbreitung von Malware genutzt und dient auch der Steuerung eingeschleuster Trojanischer Pferde.

Obwohl Viren und Würmer weiterhin den größten Teil der über diese Kanäle verbreiteten Malware stellen, haben die Anteile von Trojanischen Pferden (Bots, Backdoors) und Browser-Hijackern (Manipulation der Startseite) deutlich zugenommen. Entfielen im ersten Vierteljahr 2005 nur insgesamt etwa 5 Prozent der Vorfälle auf Backdoors und Hijacker, waren es in diesem Jahr bereits 29 Prozent.

Während sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen häufig zumindest eine Antivirus-Lösung einsetzen, die sie vor verseuchten Mails schützt, werden andere Kommunikationswege wie zum Beispiel Instant Messenger weit weniger sorgfältig auf Schädlinge überprüft. Deshalb werden sie gerne und erfolgreich zur Verbreitung von Malware verwendet.

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