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Kim Dotcom jammert in neuem TV-Interview

19.11.2012 | 13:51 Uhr |

Kim Dotcom Schmitz hat sich in einem TV-Interview zu seiner aktuellen Situation geäußert.

Kim Dotcom Schmitz hat Probleme mit der Justiz, nachdem das FBI seinen Dienst Megaupload dicht gemacht hat und die USA seine Auslieferung von Neuseeland an die USA erreichen wollen. Schmitz arbeitet bereits am Megaupload-Nachfolger Mega, der Anfang 2013 an den Start gehen soll. Dem staatlichen neuseeländischen TV-Sender TVNZ hat Schmitz nun ein Interview gegeben, das auf dieser Seite des Senders angeschaut werden kann.

In dem Interview erzählt Schmitz, dass er sich in Neuseeland wohl fühle und eine große Unterstützung von der Bevölkerung erfahre. Die Frage, ob ihm das Geld ausgehe, beantwortet er mit einem "Ja". Sein Vermögen sei eingefroren worden, aber ein Gericht habe mittlerweile Geld freigegeben, das er zum Leben und zum Bezahlen der Miete brauche. Die Anzahl der Mitarbeiter habe er aber von 50 auf 8 reduzieren müssen und auch diese Mitarbeiter müssten derzeit auf einen Teil ihres Gehalts verzichten.

Die Durchsuchungsaktion der Polizei auf seinem Grundstück Anfang des Jahres bezeichnet er als ein "Desaster". Seine Frau sei schwanger gewesen und habe einen Schock erlitten. Schmitz berichtet außerdem, dass seine Frau noch Alpträume habe, von dem aggressiven Verhalten der Polizisten. Hätten die Polizisten geklopft, dann hätte er natürlich sofort aufgemacht, sagte Schmitz. Er verwies auf das laufende Verfahren wegen der Polizeiaktion, während dem noch weitere Details geklärt werden, so auch, wie umfangreich er vorab ausspioniert worden sei.

Anschließend geht es in dem TV-Interview um die Kindheit des in Kiel geborenen Schmitz. Er erzählt, dass er eine finnische Mutter habe, daher auch finnischer Staatsbürger sei und viele Jahre in Finnland gelebt habe. Die Frage, was für ein Kind er gewesen sei, beantwortet Schmitz mit "ein Abenteurer". Mit 10 Jahren habe er seinen ersten Computer gekriegt und sich dann dafür begeistert. "Das Internet war die bisher größte Erfindung der Menschheit", so Schmitz. Das Internet habe das Leben der Menschen beschleunigt und neue Geschäftsfelder eröffnet, die es erlauben, viel Geld zu verdienen.

"Einige Menschen hassen Sie. Warum?", fragt der Interviewer.  Schmitz antwortet: "Weil sie mich nicht kennen." Den Vorwurf, er habe viele Menschen um ihr Vermögen gebracht, will Schmitz nicht gelten lassen: "Ich war nicht in einem Business tätig, in dem ich jemandem etwas gestohlen habe."

Er habe auch nie Urheberrechte gestohlen, wie ihm oft - auch im Zusammenhang mit Megaupload - zugeworfen werde. "Wenn Megaupload illegal war, dann ist es auch Youtube. Und alle anderen Seiten, die User-generierte Inhalte anbieten", sagte Schmitz und betonte, dass allen Nutzern von Megaupload klar erklärt wurde, welche Inhalte sie austauschen dürfen.

Realität des Internets sei es, dass User auch urheberrechtlich geschützte Inhalte illegal bei Diensten hoch laden würden und dies ein Problem für alle Dienst-Anbieter sei. Nach Ansicht von Kim Schmitz ist ein Verstoß gegen Urheberrechte aber kein Diebstahl. Außerdem läge es in der Verantwortung der Urheber ihre Inhalte zu schützen und eine illegale Verbreitung zu verfolgen. Bei Megaupload sei man jedem Hinweis von Urheberrechtsinhabern nachgegangen und habe sofort reagiert. Einen Dienst deshalb ganz dicht zu machen, ist aus der Sicht von Schmitz der falsche Weg.

Das gesamte TV-Interview in seiner vollen Länge finden Sie auf dieser Seite (Teil 1) und auf dieser Seite (Teil 2) .

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