2034027

MegaChat: Kim Dotcom verspricht verschlüsselten Video-Chat

30.12.2014 | 09:22 Uhr |

MegaChat soll vermutlich das neueste Produkt von Kim Dotcom heißen. Dabei handelt es sich um einen verschlüsselten Chat- und Video-Chat-Dienst, bei dem staatliche Schnüffler wie die NSA nicht mithören/mitlesen können.

Kim Dotcom, das Enfant terrible der Internet-Szene, ist nicht unterzukriegen. Laut eigener Aussage ist er pleite, seine Frau hat ihn verlassen, das höchste neuseeländische Gericht erklärte die spektakuläre Razzia gegen Dotcom im Jahr 2012 für rechtens, seine Internetpartei ist in Neuseeland gescheitert und die USA drängen auf seine Auslieferung. Doch Dotcom, der im richtigen Leben Kim Schmitz heißt, plant unverdrossen seinen nächsten Coup: Kim Dotcoms File-Hosting-Plattform Mega soll nun verschlüsselte Video-Chats bekommen.

Gerade in Zeiten der NSA-Überwachung macht Verschlüsselung Sinn. Mit dem geplanten verschlüsselten Chat- und Video-Chat-Dienst sollen die Nutzer von Mega geschützt vor dem Mithören beziehungsweise Mitlesen durch staatliche Überwachungssysteme miteinander kommunizieren können. Dotcom hat sich zu dem neuen verschlüsselten Chatdienst wie gewohnt per Twitter geäußert: „Mega wird bald einen vollständig verschlüsselten und im Browser ablaufenden Video-Telefonie- und Chat-Dienst starten. Inklusive Datei-Übertragung mit Highspeed. Bye bye Skype :-)“. Der Hinweis auf Skype erfolgt nicht ohne Grund: Nach den jüngsten Erkenntnissen, die auf dem Material von Edward Snowden basieren, kann der US-Geheimdienst NSA seit 2011 die gesamte Skype-Kommunikation mitlesen.

Die verschlüsselte Datenübertragung zusammen mit der Tatsache, dass Mega seinen Standort in Neuseeland hat, soll garantieren, dass staatliche Organe – damit sind vor allem die Geheimdienste der USA gemeint – keinen Zugriff auf die Kommunikation haben, die über den neuen Mega-Chat-Dienst erfolgt. Das legt auch ein weiterer Tweet von Dotcom nahe :„Keinem in den USA beheimateten Anbieter von Internet-Diensten kann man seine Daten anvertrauen. Skype hat keine Wahl. Sie (damit meint Dotcom offensichtlich Microsoft als Betreiber von Skype) müssen der US-Regierung Hintertüren bereitstellen“.

Diesen verschlüsselten Chat-Dienst hatte Dotcom schon seit längerer Zeit versprochen, nun scheint der Launch aber tatsächlich in greifbare Nähe gerückt zu sein. Ein konkretes Datum für den Start des verschlüsselten Chats nannte Dotcom jedoch nicht. Als Name für den neuen Dienst erscheint MegaChat als wahrscheinlich, wie aus einem Video hervorgeht.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2034027