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Internet zieht an TV-Nutzung schon 2010 vorbei

10.04.2009 | 14:56 Uhr |

Im Rennen um das meistgenutzte Medium haben online verfügbare Services gegenüber dem bisherigen Angebot Nummer eins, dem Fernsehen, deutlich aufgeholt.

Bereits im kommenden Jahr soll sich nunmehr ein Machtwechsel ankündigen. Wie der Softwareriese Microsoft prognostiziert, wird das Internet in Europa schon 2010 am TV vorbeiziehen und erstmals einer stärkeren Nutzung unterliegen. Neben den publikumsstarken Web-2.0- und Community-Angeboten locken vor allem Nachrichten- und Informationsdienste die User ins Web und haben etwa in den USA gedruckte Zeitungen bereits an Leserzahlen überholt. Hierzulande verzeichneten die stärksten News-Portale im März den erfolgreichsten Monat ihrer Geschichte und informierten mehr Menschen als je zuvor über das aktuelle Tagesgeschehen. Dem Softwarekonzern zufolge erhalten alternative Geräte beim Einstieg ins Netz gegenüber dem PC in Zukunft den Vorzug.Der Computer verliere als bislang weit verbreitetster Internetzugang an Bedeutung. Dabei laufen dem PC nicht nur mobile Angebote wie Mobiltelefone oder Notebooks zunehmend den Rang ab. Darüber hinaus steigen die Tendenzen zum Online-Zugang über alternative Möglichkeiten wie IPTV-Geräte oder Spielkonsolen zunehmend. Am stärksten gewinnt das Netz künftig angesichts der Verbreitung im mobilen Bereich an Bedeutung. So werde das Internet in den kommenden vier Jahren von 48 Prozent aller Handybesitzer weltweit mobil genutzt. Dafür sei nicht zuletzt ein rasantes Wachstum des Smartphone-Marktes ausschlaggebend, dem für 2009 ein Absatzplus um 9,4 Prozent auf rund 171 Mio. Geräte prognostiziert wird. Anhand der technischen Potenziale der Modelle sowie des weitreichenden Netz- und Infrastruktur-Ausbaus fischt das Internet mit Web-Video- und TV-Inhalten auch in traditionellen Gewässern des Mediums Fernsehen. Bis 2013 soll die Nutzung der mobilen Angebote von derzeit 44 Mio. auf 115 Mio. User klettern.

Nach Angaben von Microsoft sei von einem konstanten durchschnittlichen TV-Zugriff von 11,5 Stunden pro Woche auszugehen. Die Internet-Nutzung befinde sich hingegen im Steigen. Während das Web im Vorjahr noch im Schnitt 8,9 Stunden pro Woche in Anspruch genommen wurde, soll die Zahl 2009 bereits auf 11,2 Stunden klettern. Im kommenden Jahr soll es am Fernsehen mit einem Sprung auf über 14 Stunden vorbeiziehen und in Folge weiteren Nutzungs-Steigerungen unterliegen. Angesichts dieser Entwicklung eröffnen sich den TV-Stationen jedoch eher Chancen als Gefahren, sofern sie die Möglichkeiten des Webs nutzen und Inhalte online vermarkten. Bewegtbilder im Internet werden nach einem Plus um rund 150 Prozent seit 2006 von knapp einem Drittel der Europäer betrachtet. Damit könnte etwa in der Marketingbranche eine Umschichtung von Werbeetats einher gehen. (pte)

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