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Mediengiganten wittern Kohle

07.04.2001 | 14:08 Uhr |

Nach jahrelanger Zurückhaltung rücken nun die Milliardenschweren Mediengiganten massiv in den Internet-Musikmarkt vor. Mit Allianzen und Investitionen wollen sie den Online-Vertrieb erschließen, den sie zuvor ignoriert oder bekämpft hatten.

Nach jahrelanger Zurückhaltung rücken nun die Milliardenschweren Mediengiganten massiv in den Internet-Musikmarkt vor. Mit Allianzen und Investitionen wollen sie den Online-Vertrieb erschließen, den sie zuvor ignoriert oder bekämpft hatten.

Die "Major Labels" reagieren damit auf den Trend der Online-Branche: Viele Menschen laden Musik aus dem Internet, ohne dafür zu zahlen. Zunächst zog die Rock-Gruppe Metallica gegen die US-Musiktauschbörse Napster vor Gericht. Metallica beklagte, dass ihre Songs kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden könnten. Plattenindustrie und Künstler wollten auf ihre Entgelte nicht verzichten.

Innerhalb weniger Tage wurden jetzt die großen Medienkonzerne im Internet-Musikmarkt aktiv. Sony Music und Vivendi Universal taten sich zusammen und gaben am Donnerstag bekannt, mit dem weltbekannten Internetportal Yahoo einen gebührenpflichtigen Musikkanal aufzubauen. "Das ist ein Schritt in eine neue Welt", tönte US-Sony-Chef Howard Stringer. Über eine Zusammenarbeit von Vivendi und einer der ältesten MP3-Musikplattformen, emusic, wurde ebenfalls spekuliert.

Nur wenige Tage älter ist die Bekanntgabe der Online-Plattform MusicNet. In ihr schlossen sich Warner Music, Bertelsmann Music Group und EMI zusammen. Napster tauchte in der ersten Pressemitteilung nur noch in einem Nebensatz auf, als einer der möglichen Kunden für die Musikrechte. Ab Juli planen Bertelsmann und Napster mit seinen 60 Millionen Usern weltweit ein gebührenpflichtiges Angebot.

Andere Unternehmen ziehen nach. Neben einem Versuch des Musiksenders MTV, ins Onlinegeschäft einzusteigen, stellte der Software-Riese Microsoft diese Woche ein neues Portal ins weltweite Datennetz. Dort kann allerdings nur Musik gehört und dann über einen Plattenversand bestellt werden. Auch einzelne Künstler streben ins Netz. David Bowie kündigte an, ein eigenes Internetradio zu starten - Herunterladen jedoch verboten. (PC-WELT, 07.04.2001, dpa/ eb)

MTV kündigt Musikportal an (PC-WELT Online, 05.04.2001)

Microsoft gründet Internet-Musikportal (PC-WELT Online, 04.04.2001)

Chance für Napster (PC-WELT Online, 02.04.2001)

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