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Murdoch kauft sich bei Premiere weiter ein

25.04.2009 | 16:08 Uhr |

Der Bezahl-TV Sender Premiere hat vorgestern eine Kapitalerhöhung von 450 Millionen Euro durchgeführt. Die News Corp Gruppe von Medienmogul Rupert Murdoch hat weitere Anteile zugekauft und hält nun ein Premiere-Aktienpaket von 30,5 Prozent.

Die in zwei Stufen vorgenommene Erhöhung des Eigenkapitals ist im Dezember des Vorjahres angekündigt worden. Mit dem zusätzlich zur Verfügung stehenden Kapital sollen die im Herbst erworbenen Pay-TV-Übertragungsrechte für die Fußballbundesliga refinanziert werden. Premiere beabsichtigt, das Pay-TV-Geschäftsmodell bis 2011 in Deutschland und Österreich tragfähig zu machen. Die Kapitalerhöhung geschah auf dem Wege einer Bezugsrechteemission, die Altaktionären im Hinblick auf die neu aufgelegten Aktien ein Vorbezugsrecht einräumt. Für Mark Williams, CEO von Premiere , handelt es sich um einen Meilenstein im Zuge der weiteren Entwicklung des Pay-TV Geschäfts in Deutschland. 2,4 Millionen Personen hatten Ende 2008 die Dienste von Premiere abonniert. "Wir rechnen damit, dass Premiere ab 2011 profitabel sein wird. Die Kapitalerhöhung war notwendig, um in unser Programmangebot sowie in Marketing & Sales weiter investieren zu können", sagt Torsten Fricke, Unternehmenssprecher bei Premiere, im Gespräch mit pressetext. Es handle sich nicht nur um einen Relaunch, vielmehr werde es ein komplett neues TV-Angebot ab Mitte 2009 geben, so Fricke weiter.

Das Unternehmen erzielte 2008 einen Umsatz von 941,1 Mio. Euro, die Bilanz wies jedoch inklusive aufgegebener Geschäftsbereiche einen Nettoverlust von 269,4 Mio. Euro aus. Premiere rechnet 2009 mit einer stabilen Abonnentenzahl. Ein neues Konzept und neue Marketing-Strategien sollen das Unternehmen jedoch ab dem dritten Quartal 2009 beflügeln. Die Direktübertragung von Sportgroßereignissen bleibt eine der zentralen Säulen. Premiere hat die Pay-TV-Übertragungsrechte für den Bundesligafußball bis ins Jahr 2013 inne.

Die Deutsche Telekom wird die Übertragung der Fußball-Bundesligaspiele im Internet hingegen nicht mehr an den Münchner Pay-TV-Sender abgeben. Stattdessen sollen die Spiele via IPTV über ein eigenes Format in gleichem Umfang und gleicher Qualität wie bei Premiere zu sehen sein. Das Deutsche Sportfernsehen (DSF) soll die Spiele über vier Spielzeiten liefern, berichtet das Handelsblatt. Premiere hat im gleichen Atemzug seine 44-prozentige Beteiligung an der Internet-Sportplattform Spox.com an die CRESCES-Gruppe abgegeben. Das Unternehmen möchte sich in Zukunft auf sein Kerngeschäft konzentrieren und Internetaktivitäten unter seiner direkten Kontrolle bündeln. Rupert Murdoch, Chef der News Corp und Herausgeber des Wall Street Journals, gilt als Verfechter von entgeltlichen Qualitätsinhalten. Nach Ansicht von Murdoch seien Print- TV-und Internetmedien, insbesondere Nachrichtenportale im Web, nicht finanzierbar, wenn Konsumenten die Inhalte gratis zur Verfügung gestellt bekommen. (pte)

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